Hannover - Ein kurioses Erpresserschreiben ist nach dem Diebstahl eines vergoldeten Kekses in Hannover aufgetaucht – unterzeichnet mit „Krümelmonster“. „Wir prüfen, ob das ein Scherzbrief oder ein echtes Bekennerschreiben ist“, sagte eine Polizeisprecherin am Dienstag. Die Polizei rätselt bisher, warum der etwa 20 Kilo schwere vergoldete Keks von der Außenfassade des Bahlsen-Stammhauses in Hannover gestohlen wurde.

Dem kuriosen Bekennerbrief beigefügt ist das Foto einer Person in einem Krümelmonster-Kostüm, die einen vergoldeten Keks in den Händen hält, der dem vermissten zum Verwechseln ähnlich sieht. In dem Schreiben wird gefordert, dass das Unternehmen das Kinderkrankenhaus in Hannover mit Vollmilch-Keksen versorgen soll, um das verschwundene Wahrzeichen wiederzubekommen. Der Brief wurde aus ausgeschnipselten Wörtern zusammengeklebt und ging bei der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ ein.

Der Keks hing seit 1913 in fast fünf Meter Höhe an der Außenfassade des Bahlsen-Stammhauses mitten in der Innenstadt. Das Gebäude liegt an einer belebten Straße, rund 250 Verwaltungsmitarbeiter gehen dort täglich ein und aus, rund um die Uhr fahren Autos vorbei. Am wenigsten auffallen dürfte ein Diebstahl dort wahrscheinlich am helllichten Tag – indem der Täter als Handwerker auftritt, der den Keks vor den Augen aller Passanten abmontiert. Erste Hinweise gingen bereits bei der Polizei ein, wonach Zeugen zwei Männer in dunkler Arbeitsbekleidung beobachteten, die sich vor mehr als zwei Wochen nachmittags mit einer Leiter an dem Keks zu schaffen machten.

Eine Bahlsen-Sprecherin sagte, sie wisse nicht, ob der jetzt aufgetauchte Brief echt sei. „Wenn ich diese Frage beantworten könnte, wäre ich schlauer als die Polizei“, erklärte sie und betonte: „Das Ganze ist keine Marketing-Aktion unseres Unternehmens, nie im Leben.“