Tossens - Ohne eine Weiterentwicklung des Tourismus als größte Wirtschaftskraft werde die gute Infrastruktur in Butjadingen nicht aufrechtzuerhalten sein. Nicht nur in dieser Zielsetzung sind sich Butjadingens Bürgermeisterkandidaten Birgitt von Thülen, Ina Korter, Meent Bruncken und Dr. Hans Hortig einig. Dass wurde bei der Podiumsdiskussion am Donnerstagabend im Tossenser Center Parcs Nordseeküste deutlich.
Rund 150 Bürger nutzten die Veranstaltung der Tossenser Allianz, dem Zusammenschluss der Vereine und Institutionen im Nordseebad, um sich ein Bild von den Kandidaten für die am 25. Mai stattfindende Bürgermeisterwahl zu machen. Ihnen waren die drei Themenfelder Tourismus, Infrastruktur und Umwelt für Stellungnahmen vorgegeben worden. Unter der souveränen Moderation von Harmut Albers, Vorsitzender des Klootscheetervereens Tossens, schloss sich eine Kandidaten-Befragung durch die Bürger an.
Grünen-Landtagsabgeordnete Ina Korter – die 59-jährige Einzelbewerberin aus Nordenham wird von den Grünen und der SPD unterstützt – sprach sich für eine Verbesserung des derzeitigen Zustandes der touristischen Anlagen und die Schaffung neuer Attraktionen aus. Auch der Kulturtourismus müsste ausgebaut und das Weltnaturerbe Wattenmeer mehr vermarktet werden. Der Ausbau der Windkraft mit Augenmaß sei eine der wenige Möglichkeiten für die Gemeinde, Mehreinnahmen zu erzielen. Nur mit Hilfe des Landes und des Landkreises werde der Hafen Fedderwardersiel erhalten sowie Straßen und Radwege saniert werden können.
Landwirt Meent Bruncken – der 46-jährige Ruhwarder ist Kandidat der Butjadinger CDU – hält bei der Realisierung des touristischen Entwicklungskonzepts die Beteiligung der Kleinvermieter für sehr wichtig. Butjadingen könne sich glücklich schätzen, dank des Tourismus über eine sehr gute Infrastruktur auch im Sozial-, Bildungs- und Ärztebereich zu verfügen. Die Gemeinde müsse aber mithelfen, dass für aus Altersgründen ausscheidende Ärzte auch Nachfolger gefunden werden. Straßensanierungen mit Geschwindigkeitsbeschränkungen seien keine Lösung. Insbesondere für die Wirtschaftswege sei ein großer gemeindeübergreifender Plan erforderlich.
Tierpflegerin Birgitt von Thülen – die 52-jährige Kreistagsabgeordnete der Unabhängigen Wählergemeinschaft aus der Stollhammerwisch ist Einzelbewerberin – warb dafür, im Tourismus Butjadingen aus der Gästebrille zu betrachten. Um mehr Gäste anzulocken, müssten Qualität und Service verbessert werden. Wünschenswert sei die Umwandlung der Grundschule Burhave in eine offene Ganztagsschule und die Erweiterung des Kindergartenangebots durch Tagesmütter. Die Finanzierung der dringend notwendigen Sanierung der Wirtschaftswege sollte auf viele Schultern verteilt werden. Bei der Windkraft müsse man zwischen Natur und Einnahmen abwägen.
Tierarzt Hans Hortig – der 64-jähriger Ratsherr aus Burhave ist Kandidat der Unabhängigen – hält es für dringend geboten, das touristische Entwicklungskonzept mit den Bürgern weiterzuentwickeln. Anstelle der Erweiterung des Ferienparks „Am Meer“ in Burhave würde er sich die Errichtung eines Reha-Zentrums wünschen. Wichtig seien Investitionen in die Verbesserung der Infrastruktur, denn nur Erhaltungsmaßnahmen brächten Butjadingen nicht voran. Der Wegebau sei wegen der hohen Kosten aufgrund des weichen Bodens ein großes Problem.
