BERGEDORF - BERGEDORF - Lag es nun am zeitgleich stattfindenden Flohmarkt in Colnrade? Oder am Eintrittspreis von 3 Euro? Das gestrige „Erntevergnügen rund um die Klosterkapelle“, so viel ist sicher, fand nicht die erhoffte Resonanz. Etwa 1000 Gäste kamen, deutlich weniger als beim Bergedorfer Klostermarkt Ende Mai. Dabei hatte das kleine „Dorf“ auf dem Hof Logemann durchaus einiges zu bieten – nicht nur Kulinarisches und Musik, sondern auch Spiele und Informationen.

Klar im Mittelpunkt bei diesem Beitrag zum bundesweiten „Tag der Regionen“ stand die Kartoffel. 101 Sorten hatte Dietrich Moorschladt mitgebracht. Vor allem seltenere Sorten seien gefragt, berichtete der Kartoffelbauer aus Hengsterholz. Schnell bot er noch einem Kind einen Bonbon an („den brauchst du nicht zu schälen“), bevor er fachkundig zu „Linda“ Auskunft gab: Nein, Ersatz sehe er bislang nicht. „Belana“ sei fester, „Salome“ nicht so feinporig, „Edelstein“ nicht so lagerfähig.

Am Stand gegenüber hatten Landwirt Jürgen Alfs, Ralf Block (Partyservice) und fleißige Helferinnen zeitweise alle Hände voll zu tun, um Kartoffelpuffer zuzubereiten. „Die größte Pfanne in Norddeutschland“ hätten sie mitgebracht, sagte Block – 1,60 Meter Durchmesser.

Nebenan schenkte Götz Neuber den Gästen Met oder Bärenfang ein. „Es macht Spaß zu zeigen, dass man als Imker mehr machen kann als Honig“, fand der Klattenhofer – und wies mit der Hand auf die vielen gefüllten Faschen an seinem Stand. Neubers Spezialität: Er setzt Wildfruchtwein mit Honigzusatz an – was in der Herstellung deutlich schonender sei als Met mit Wildfrüchten.

Ganz bewusst hatte die Familie Logemann neben Direktvermarktern der Region auch den Ganderkeseer Weltladen zu dem Erntevergnügen eingeladen. Auf diese Weise könne einem bewusst werden, in welcher Situation sich Landwirte in der Dritten Welt befinden, so Gerd Logemann. Angesichts der zunehmenden Globalisierung gebe es durchaus Parallelen, sagte er mit Hinweis auf die deutschen Milchbauern.


Übrigens: Auch am Stand des Weltladens waren Kartoffeln ein Thema, wenn auch nur indirekt. Neben Teesorten oder Kunsthandwerk fanden sich Pellkartoffelgabeln. Die seien im Kamerun hergestellt, erläuterte Christel Schalk – aus Bambus.