Gerade erwacht die Natur aus ihrem Winterschlaf, da hört man schon von weitem das Dröhnen der Motorsägen an der Soeste. Viele Menschen halten erschrocken, wenn nicht gar entsetzt, an und schauen der Arbeit von Bagger und Kettensäge teils fassungslos zu.
Jetzt holen wir die Kaufkraft nach Cloppenburg zurück. Die Cloppenburger brauchen bald nicht mehr Milch, Obst, Fleisch und Gemüse in Oldenburg zu kaufen und dann mühselig nach Cloppenburg zu schleppen.
Kaufland, das ja über 80 Prozent seines Umsatzes mit Lebensmitteln in Cloppenburg machen will, bereitet dem unsäglichen Käuferexodus endlich ein Ende. Dem Kahlschlag an der Natur folgt der Kahlschlag an den Resten der noch verbliebenen Lebensmittelhändler in Cloppenburg. Und die Gewinne landen woanders. Die Fahrzeuge der eingesetzten Arbeiter hatten alle kein Cloppenburger Kennzeichen. Wahrscheinlich wird auch auf der künftigen Baustelle von Cloppenburgern kein Geld verdient.
Die ideologischen Scheuklappen des Kreislandvolkvorsitzenden Berges sind zu groß, als dass er sie ablegen könnte. Auch hier gilt, dass immer diejenigen Menschen anderen eine ideologische Haltung im negativen Sinn unterstellen, die selbst damit behaftet sind.
Einen passenden Beleg liefert Berges mit der Behauptung, Geflügel- und Schweinemast würden nicht subventioniert. Die ideologische Engstirnigkeit besteht also darin, Tatsachen nicht zur Kenntnis zu nehmen oder abzustreiten, wenn sie einem nicht in den Kram passen.
Untersuchungen des Bundes für Umwelt und Naturschutz haben zu Tage gefördert, dass die Massentierhaltung von Geflügel und Schweinen in den Jahren 2008 und 2009 mit jährlich rund einer Milliarde Euro aus dem EU-Steuertopf subventioniert wurde. Darunter befinden sich neben der Flächen- und Stallbauförderung 20 Millionen Euro Exportsubventionen an große Schlachtbetriebe, damit die Überproduktion in Deutschland überhaupt auf dem Weltmarkt verkauft werden kann. Auf die Folgen für die Landwirtschaft in den Entwicklungsländern will ich hier gar nicht eingehen.
Die Frage, ob die ökologische Landwirtschaft eine Nische bleibt oder nicht, wird gerade von den Verbrauchern beeinflusst. Je mehr Skandale aufgedeckt werden, desto größer ist die Nachfrage nach ökologisch produzierter Nahrung. Der Produktionsweg muss aber vom Anfang bis zum Ende in der Ladentheke konsequent kontrolliert werden, auch wenn dabei mehr Bürokratie entsteht. Die Ereignisse der letzten Jahrzehnte zeigen leider, dass es noch in keinem Bereich der Landwirtschaft eine ausreichende und funktionierende Kontrolle gibt (. . .)
