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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Fachkräftemangel auf Dauer

14.03.2019

Berlin Trotz einer schwächeren Konjunktur hat sich der Fachkräftemangel in Deutschland aus Sicht der Wirtschaft weiter verschärft. 49 Prozent der Unternehmen haben Probleme, offene Stellen zu besetzen, wie aus einem Arbeitsmarktreport des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) hervorgeht. Im Vorjahr waren es 47 Prozent.

Besonders stark betroffen sei die Bauwirtschaft. Damit verzögere sich etwa der Ausbau der digitalen Infrastruktur.

Zunehmende Engpässe gebe es auch im Werkzeugmaschinenbau sowie in der Elektrotechnik. Die Firmen bräuchten aber gut qualifizierte Fachkräfte, um sich im Wettbewerb zu behaupten. Fast drei Viertel der Betriebe mit langfristig unbesetzten Stellen bekämen keine oder nicht in ausreichendem Maße Bewerbungen. Als zweithäufigste Ursache für Probleme bei der Stellenbesetzung nennen Firmen laut DIHK-Report, dass es eine zu geringe oder nicht passende Qualifikation gibt.

Der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks sagte am Mittwoch in Berlin, zugleich seien die wirtschaftlichen Aussichten nicht mehr so gut wie im vergangenen Jahr. Die Bundesregierung, Verbände und Forschungsinstitute hatten ihre Wachstumsprognosen deutlich heruntergeschraubt. Daher sei die hohe Fachkräftenachfrage „besonders bemerkenswert“, sagte Dercks. Die zunehmende Entkopplung von Konjunkturverlauf und Personalnachfrage sei ein Zeichen der angespannten Fachkräftesituation in den Firmen – sie versuchten, Personal zu gewinnen und zu halten.

Das Problem werde sich angesichts der demografischen Entwicklung in den kommenden Jahren noch verschärfen – wenn die geburtenstarken Jahrgänge in die Rente gingen, es aber immer weniger Schulabgänger gebe. Dercks nannte den Fachkräftemangel deswegen ein strukturelles Problem.

Inzwischen sei mehr als die Hälfte der Betriebe grundsätzlich interessiert, Fachkräfte aus dem Nicht-EU-Ausland einzustellen. Die Bundesregierung will die Zuwanderung ausländischer Fachkräfte erleichtern. Dercks sagte, bisher kämen rund 40 000 Fachkräfte aus dem Nicht-EU-Ausland. Die Erwartung sei, dass diese Zahl auf einen „deutlich sechsstelligen“ Bereich steigen könnte.

Ein wesentliches Element sei es daneben, die berufliche Bildung und die Weiterbildung zu verbessern, vor allem auch wegen des digitalen Wandels. Die gesamte Weiterbildungslandschaft müsse transparenter werden.

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