Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Arbeitszeitverkürzung Vier-Tage-Woche zieht weitere Kreise

Rüdiger zu Klampen
Rüdiger zu Klampen Gernot Heller Büro Berlin

Berlin - Der Stein ist ins Wasser geworfen und zieht Kreise: Die IG Metall hat eine Vier-Tage-Woche ins Gespräch gebracht. Im Blick hat ihr Vorsitzender Jörg Hoffmann mit seinen Plädoyer für eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit zwar in erster Linie Branchen wie die Autoindustrie, die sich mitten in einem Strukturwandel befinden. Doch auch für Betriebe, die unter der Corona-Krise leiden, weil ihnen die Nachfrage wegen der Pandemie weggebrochen ist, könnte das ergänzend zur Kurzarbeit ein zusätzliches Instrument zur Abfederung darstellen.

Beim zuständigen Arbeitgeberverband Gesamtmetall will man sich lieber noch nicht positionieren. „Wir sagen dazu derzeit nichts“, war von dort zu hören.

Die Bundesregierung

Die Bundesregierung blieb zurückhaltend, ohne den Vorschlag aber abzulehnen. Es sei Sache der Tarifpartner, ohne staatliche Einmischung „passgenaue Lösungen“ für Branchen und Betriebe zu finden, teilte das Bundesarbeitsministerium mit.

Die SPD

In der SPD stieß der Vorschlag auf ein positives Echo. „Ich habe durchaus Sympathie dafür“, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Bernd Westphal, unserem Berliner Büro. „Man muss sich natürlich die einzelnen Branchen dabei differenziert ansehen.“ Zudem gebe es einen verbreiteten Mangel an Fachkräften. Dort, wo der Produktivitätsfortschritt das aber erlaube, könne eine Verkürzung der Arbeitszeit ökonomisch und technologisch, aber auch sozialpolitisch Sinn machen.

Die Linke

Die Linken sehen das Instrument ebenfalls positiv. In einem Papier, zu dessen Autoren Parteichefin Katja Kipping gehört, heißt es: „Zudem brauchen wir eine generelle Verkürzung der Arbeitszeit auf 30 Stunden pro Woche in Vollzeit, um die Produktivitätsfortschritte allen zugutekommen zu lassen und allen ausreichend Zeit für Familie und Sorgearbeit, für politische Einmischung, persönliche Weiterbildung und Muße zu ermöglichen.“


Die Grünen

Positiv reagierten ebenso die Grünen. Deren zuständige Sprecherin in der Fraktion, Beate Müller-Gemmeke, forderte: „Der Vorschlag der IG Metall sollte ernsthaft diskutiert werden. Natürlich ist es besser, die Arbeitszeit zu verkürzen, statt Beschäftigte in Arbeitslosigkeit zu entlassen.“

Union und FDP

Ablehnung kam dagegen aus dem Unions- und dem FDP-Lager. Der CDU-Wirtschaftsrat hält die Debatte für „nicht zielführend“. Sein Generalsekretär Wolfgang Steiger machte gegenüber unserem Berliner Büro deutlich: „Generell ist Arbeitszeitverkürzung sicherlich nicht der richtige Weg.“ Jede Form des Lohnausgleichs treibe die Lohnkosten nach oben und gefährde damit letztlich Arbeitsplätze.

Ähnlich sehen es die Liberalen. „Eine Vier-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich wäre gerade in der jetzigen Krise Gift für viele Unternehmen, die ja schon heute um ihre Existenzen kämpfen müssen“, sagte der Vize-Fraktionschef Michael Theurer unserer Redaktion in Berlin.

Rüdiger zu Klampen
Rüdiger zu Klampen Wirtschaftsredaktion (Ltg.)
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Die AfD hatte bereits Anfang Februar zu einem Bürgerdialog ins Schortenser Bürgerhaus eingeladen, draußen versammelten sich mehrere Hundert Personen zu einer Gegendemo.

SCHORTENSER DEMOKRATIE-FEST ABGESAGT Nun übernehmen Antifa, Jusos und Fridays for Future

Oliver Braun
Schortens
Live-Blog
Bei der EM in Schleswig-Holstein im Jahr 2022 war die Stimmung ausgelassen: Ab Donnerstag wird es in Neuharlingersiel ähnlich aussehen.

BOSSELN UND KLOOTSCHIESSEN Europas beste Friesensportler – der Live-Blog zur EM in Neuharlingersiel

Neuharlingersiel
Die beiden Bestandsgebäude auf dem ehemaligen Friedeburger Schulgrundstück gehen ihrer Vollendung entgegen. Im Bild der sogenannte Turm.

KLASSENZIMMER WERDEN ZU WOHNRAUM Friedeburger wohnen jetzt dort, wo früher Kinder unterrichtet wurden

Detkef Kiese
Friedeburg
Komm in meine Arme: Die B-Juniorinnen der SpVg Aurich – hier im Spiel gegen den VfL Wolfsburg – wollen Sonnabend gegen Mönchengladbach den Grundstein zum Einzug ins Finale legen.

KAMPF UM DEUTSCHE MEISTERSCHAFT Aurichs Fußballerinnen hoffen im ersten Halbfinale gegen Gladbach auf 3500 Fans

Ingo Janssen
Aurich
Jubelt weiter für den VfB: Drilon Demaj

ALLROUNDER BLEIBT BEI FUSSBALL-REGIONALLIGIST Neu-Stürmer Drilon Demaj verlängert Vertrag beim VfB Oldenburg

Lars Blancke
Oldenburg