BERLIN - Die Bundesregierung will dem angeschlagenen Autobauer Opel über ein Treuhandmodell mehr Zeit für Verhandlungen mit Investoren geben. Allerdings müssen dem Vernehmen nach etliche Details noch geklärt werden.

Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sagte am Donnerstag in Berlin nach einem Spitzentreffen der Bundesregierung von Union und SPD, Voraussetzung für ein solches Modell sei, dass mindestens ein Interessent ein tragfähiges Konzept vorlege. Der Europachef von General Motors (GM), Carl-Peter Forster, sagte der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, Opel brauche bei einem Treuhandkonzept Kredite „oberhalb von einer Milliarde Euro“.

Aus den Städten mit Opel-Werken kamen positive Reaktionen auf eine „vorübergehende treuhänderische Übernahme von Opel Deutschland durch den Bund“. Nur so könne eine Zukunft der Opel-Standorte in Rüsselsheim, Eisenach, Bochum und Kaiserslautern gesichert werden, heißt es in einer Erklärung. Die Wirtschaft warnte vor einer Einmischung des Staates in unternehmerische Entscheidungen.

Mit dem Treuhandmodell soll Opel-Vermögen vor dem Zugriff von Gläubigern geschützt werden. Es sei nicht zu erwarten, dass es bereits bis Ende Mai konkrete Vereinbarungen eines Investors mit GM gebe, erklärte Guttenberg. Seien jedoch klare Zukunftsperspektiven für Opel absehbar, wolle die Regierung dem Unternehmen und dem möglichen Investor Spielraum für die Verhandlungen geben. So solle auch ein „uferloses Verschleudern“ von Steuergeld verhindert werden, sagte der Minister.

Derweil rechnet der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) mit einem Gang in die Insolvenz. „Das ist wahrscheinlich“, sagte GM-Chef Fritz Henderson am Donnerstag. Ende Mai läuft ein Ultimatum von US-Präsident Barack Obama ab. Bis dahin muss GM einen tragfähigen Rettungsplan vorlegen.