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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Automobilindustrie: Spritschlucker werden spürbar teurer

13.06.2020

Berlin Für neue Autos mit hohem Spritverbrauch steigt ab 2021 die Kfz-Steuer. Das Bundeskabinett brachte am Freitag in Berlin eine Gesetzesänderung für mehr Klimaschutz auf den Weg, die Bürger dazu bringen soll, sparsamere Pkw zu kaufen.

Das Problem

Die Bundesregierung will die Kohlendioxid-Emissionen im Verkehr um mindestens 40 Prozent verringern – doch die Bürger kaufen immer mehr große Geländewagen und SUVs, die viel CO2 ausstoßen. Die neue Steuer solle einen Anreiz geben, beim nächsten Neuwagenkauf „ohne Verbote und Strafabgabe“ ein umweltfreundlicheres Auto zu wählen, schreibt das Finanzministerium in dem jetzt vom Kabinett beschlossenen Gesetzentwurf. Nun ist der Bundestag am Zug – dabei sind Änderungen wahrscheinlich.

Die neue Berechnung

Ziel der neuen Berechnung ist im Prinzip: dicke Steuern für dicke Autos. Dafür fließt neben dem Hubraum eine verschärfte Klimakomponente ein, die sich am Spritverbrauch und damit am CO2-Ausstoß des Autos orientiert. Sie steigt in sechs Stufen von 2 bis auf 4 Euro je Gramm Kohlendioxid pro Kilometer.

Konkret heißt das: Bis 95 Gramm CO2 je Kilometer liegt der Klima-Aufschlag auf die Steuer bei null. Von 96 bis 115 Gramm fallen – wie bisher auch – 2 Euro je Gramm und Kilometer an. Ab einem CO2-Ausstoß von 116 Gramm pro Kilometer steigt die Klimakomponente im Vergleich zum bisherigen Steuersatz an: zunächst auf 2,20 Euro, dann auf 2,50 Euro, 2,90 und 3,40 Euro bis zu einem Spitzensatz von 4 Euro für Autos mit einem CO2-Ausstoß von mehr als 195 Gramm je Kilometer.

Wer betroffen ist

Die meisten Autofahrer werden die Änderung erstmal nicht im Geldbeutel spüren – denn sie gilt nur für Neuzulassungen. Und auch hier müssen längst nicht alle mehr Geld zahlen. Elektroautos sind für zehn Jahre komplett von der Kfz-Steuer ausgenommen. Wer ein anderes, sehr klimafreundliches Auto kauft, zahlt ebenfalls nicht drauf. Aufschläge im Vergleich zur bisherigen Steuer gibt es erst ab einem CO2-Ausstoß von 116 Gramm pro Kilometer. Das bedeutet aber auch: Der durchschnittliche Neuwagen wird bei der Steuer teurer.

Wer draufzahlt

Laut Ministerium hatten die 2019 erstzugelassenen Autos im Schnitt einen CO2-Prüfwert von 157 Gramm pro Kilometer. Dieses Durchschnittsauto wird mit der neuen Steuer im Jahr 15,80 Euro teurer. Die Spanne reicht aber von wenigen Cent bis zu mehr als 100 Euro. So ändert sich bei einem Opel Corsa mit einem CO2-Ausstoß von 95 Gramm, einem typischen Kleinwagen, gar nichts. Eine Familienkutsche wie der VW Passat mit 120 Gramm CO2 pro Kilometer würde einen Euro teurer.

Größer ist der Unterschied bei den beliebten SUVs. Für einen Audi Q8 mit CO2-Ausstoß von 182 Gramm pro Kilometer müsste man fast 42 Euro mehr zahlen. Bei einem Sportwagen wie dem Porsche 911 mit 215 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer wären es 100 Euro mehr im Jahr.

Kritik

Während die Automobilbranche am Freitag von einem „fairen Kompromiss“ sprach, meinen Umweltschützer, dass der aus ihrer Sicht geringe Steueraufschlag niemanden vom Kauf seines Lieblingsautos abbringen werde. Wolle man einen echten Effekt, müssten zugleich emissionsarme Autos günstiger werden. Andere, etwa die FDP, fürchten einen großen Schaden für die wegen der Corona-Krise ohnehin gebeutelte Autobranche, die an SUVs gut verdient.

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