BERLIN/BAD ZWISCHENAHN - Große Ehre für den Bad Zwischenahner Wurstproduzenten Rügenwalder Mühle: Das Unternehmen wurde am Freitagabend in Berlin mit dem wohl prominentesten Preis der Lebensmittelbranche – dem „Goldenen Zuckerhut“ – ausgezeichnet. „Ein toller Erfolg für alle im Unternehmen“, freute sich Eigentümer und Geschäftsführer Christian Rauffus (56). Er war mit seinem Sohn Gunnar, Marketingleiter Godo Röben und Vertriebs-Chef Lothar Bentlage zum Festakt um den „Branchen-Oscar“ in die Hauptstadt gereist.

Der von der „Lebensmittel-Zeitung“ initiierte und von einer Branchenjury vergebene Preis ging in der Sparte „Industrie“ an einen Mittelständler, der eine der großen Erfolgsstorys des Nordwestens geschrieben hat. Die Wurstfabrik Rügenwalder Mühle Carl Müller (mit Wurzeln in Rügenwalde) war nach dem Neuanfang unter dem 2007 verstorbenen Firmenchef Kurt Rauffus zu einem führenden Hersteller von Fleisch-Spezialitäten mit heute 360 Mitarbeitern aufgestiegen. Rauffus habe „mit großer Weitsicht den handwerklich geprägten Wursthersteller zu einem modernen Unternehmen umgebaut“, sagte Zygmunt Mierdorf (Metro AG) in seiner Laudatio. Man sei „führender Markenartikler der Branche geworden“. In anderen Kategorien wurden am Freitag die Douglas-Holding, Rewe-Händler Robert Schäfer und Nestle-Chef Peter Brabeck ausgezeichnet.

Jahrzehnte stand bei Rügenwalder die Teewurst nach Rezepten aus Pommern, wo die Firma bis Ende des Zweiten Weltkrieges bestanden hatte, im Mittelpunkt. Sie erreichte extrem hohe Marktanteile (2007: rund 49 Prozent). Später wurde die Produktpalette breit diversifiziert. Doch seit einigen Jahren hat Christian Rauffus mit seinem Führungsteam der Firma wieder eine neue Richtung gegeben: Statt zeitweilig 400 Produkten nur vier innovative Produktgruppen (neben Teewurst Schinkenspicker, Pommersche, Kochschinken). „Wir haben uns auf das Wesentliche konzentriert“, erläutert Rauffus sein Erfolgskonzept. Allein die Teewurst kennen 94 Prozent der Deutschen.

Und künftig? Die Rügenwalder Mühle traut sich eine weitere starke Marke zu. Seit wenigen Tagen ist „Mühlen-Mett“ im Handel. Es gehe um frische Mettwurst in kleinen, wieder verschließbaren Bechern, erläuterte Rauffus. Die Becher werden immer beliebter. Die gute alte Bedienungstheke verliert Bedeutung.

Der positive Trend im SB-Bereich (Kühlregal) war in den vergangenen Jahren ein Wachstumsmotor für die Zwischenahner, die mit ihrer noch relativ neuen Becher-Verpackung genau richtig im Markt liegen. Mehrmals wurden Innovationen aus dem Ammerland bereits prämiert.


Der Umsatz erreichte 2007 146 Millionen Euro. „Unser Wachstumstreiber ist die Innovationsfähigkeit“, sagt Rauffus. So wurden auch diverse „Light“-Produkte auf den Markt gebracht. Der Firmenchef betont aber: „Der Geschmack darf nicht auf der Strecke bleiben.“