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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

BDI: Konzernlenker und Technik-Fan

01.12.2020

Berlin „Es gibt wenige Topmanager, mit denen man gern nach Feierabend in der Kneipe ein Bier trinken würde. Er ist so einer“, sagt ein ehemaliger Weggefährte von Siegfried Russwurm bei Siemens. Einer, der nicht auftrete wie ein Gutsherr, sondern direkt und offen auf Menschen zugehe. „Eine Rampensau.“

Das kann Russwurm (56) künftig in Berlin beweisen: Er wurde am Montag zum Präsident des einflussreichen Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) gewählt. Er soll sein Amt im Januar antreten.

Ohne Arroganz

„Bei Siemens hat er als Arbeitsdirektor immer gut mit der Arbeitnehmerseite zusammengearbeitet und ist auch neue Wege mitgegangen“, sagt Birgit Steinborn, stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende und Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats. Ein anderer Arbeitnehmer-Vertreter beschreibt ihn als „umgänglich, ohne Attitüden, ohne Arroganz“.

Russwurm kommt aus einem kleinen Dorf östlich von Coburg in Oberfranken, sein Vater war dort Polsterer, die Mutter Industriearbeiterin. Und er wohnt auch heute noch in einem Dorf ganz in der Nähe. Die Hektik des Berliner Politikbetriebs scheint von dort aus gesehen weit weg zu sein.

Schon als Jugendlicher habe ihn Technik fasziniert; er sei ein „Technikfreak“, erklärte Russwurm einmal. Nach dem Studium an der Uni Erlangen fing er als frischgebackener Dr.-Ing. bei Siemens im Oberpfälzer Werk Kemnath an. Von dort ging er den Weg bis in den Konzernvorstand unter Führung von Peter Löscher. Er wurde als möglicher Nachfolger für den Chef gehandelt.

Doch es kam Joe Kaeser, und Russwurm wurde bald als neue Aufgabe die Forschung und Entwicklung übertragen. Zwei Jahre später teilte er mit, dass er seinen Vertrag im März 2017 nicht mehr verlängern und „sich möglichen neuen Herausforderungen nicht verschließen“ werde.

Bestens vernetzt

Er wolle „nur noch mit Leuten zusammenarbeiten, die ich mag“, sagte Russwurm laut „Manager-Magazin“. Er arbeitete für eine schwedische Investmentfirma, wurde für mehrere Top-Posten gehandelt und trat 2019 wieder ins Rampenlicht: als Aufsichtsratschef beim Anlagenbauer Voith sowie Thyssen-Krupp. Politisch ist er bestens vernetzt – über diverse Verbands-Gremien. Im Berliner Politikbetrieb gilt er als geradlinig. Als oberster Lobbyist der deutschen Industrie wird klare Kante von ihm erwartet. In der gesellschaftlichen Diskussion dürften aber auch sein Witz und seine Schlagfertigkeit gefragt sein.

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