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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Rekordsumme für Schienennetz

16.02.2018

Berlin /Bremen Die Fahrgäste der Deutschen Bahn müssen sich in den nächsten Monaten auf zahlreiche Baustellen einstellen. Auf rund 20 wichtigen Streckenabschnitten führt das, übers Jahr verteilt, zu längeren Fahrzeiten von zehn Minuten bis zu einer halben Stunde. In das Schienennetz und die Modernisierung von Bahnhöfen soll 2018 die Rekordsumme von 9,3 Milliarden Euro fließen, teilte der bundeseigene Konzern am Donnerstag mit. Das sind 800 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Ein Großteil des Geldes kommt vom Bund.

In Spitzenzeiten werde es bis zu 800 Bahn-Baustellen gleichzeitig geben, sagte der für die Infrastruktur zuständige Bahn-Vorstand, Ronald Pofalla. Die Bauvorhaben würden zu 100 Komplexen gebündelt, sogenannten Korridoren. So soll die mehrmalige Sperrung derselben Strecke vermieden werden.

Auf den betroffenen Strecken werden manche Züge aus dem Fahrplan gestrichen. Gebaut wird etwa von April bis Oktober zwischen Köln und Düsseldorf-Flughafen. Von Anfang Juli bis Anfang August ist die Strecke Hamburg-Hannover dran. Auf der Trasse Bremen-Münster werden von Anfang April bis Ende Mai Leittechnik, Weichen und Brücken erneuert.

Ob es über die genannten Baukorridore mit bundesweiter Relevanz auch im Regionalverkehr im Nordwesten noch größere Bautätigkeiten geben wird, konnte ein Bahnsprecher auf Anfrage noch nicht sagen. Details hierzu will die Bahn nach eigenen Angaben vermutlich Ende des Monats bekanntgeben.

Die Bahn will nach Pofallas Worten die Verspätungen, die durch Baustellen verursacht werden, weiter „deutlich“ verringern. Diese seien 2017 im Vergleich zum Vorjahr bereits um zehn Prozent gesunken. Das sei ein Erfolg des im Juli eingerichteten Lagezentrums Bau, das mittlerweile mehr als 100 Mitarbeiter habe.

In diesem Jahr sollen 5,5 Milliarden Euro in die Erneuerung und Instandhaltung von 1600 Kilometer Gleisen, rund 220 Brücken und mehr als 1700 Weichen investiert werden. Für den Neu- und Ausbau von Bahnstrecken sind 2,6 Milliarden Euro vorgesehen. Hinzu kommen 1,2 Milliarden Euro, mit denen 700 Bahnhöfe modernisiert werden sollen.

Karl-Peter Naumann, Ehrenvorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn, bezeichnete die Investitionspläne im Gespräch mit unserer Berliner Redaktion als „gute und schlechte Nachricht zugleich“. „Diese Investitionen zeigen, dass lange Zeit nichts gemacht worden ist“, sagte er. Aber es sei gut, dass jetzt etwas geschehe.

„Im Zuge des ursprünglich geplanten Börsenganges ist in der Vergangenheit viel kaputtgespart worden und liegengeblieben“, sagte Naumann. Die Politik habe dafür gesorgt, dass lange Zeit vor allem der Neu- und Ausbau finanziert worden sei, aber keine Reparaturarbeiten an den Gleisen.

Grafik zum Thema als PDF.

Andreas Herholz
Korrespondentenbüro Berlin
Tel:
0441 9988 2018

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