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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Ufo weitet Warnstreiks kurzfristig aus

21.10.2019

Berlin /Bremen /Hannover Die kurzfristig ausgeweiteten Warnstreiks der Flugbegleiter haben am Sonntag bei verschiedenen Gesellschaften des Lufthansa-Konzerns zu rund 100 Flugausfällen geführt. Vor allem in Berlin, Köln, München und Stuttgart bekamen die Fluggäste den Arbeitskampf zwischen der Kabinengewerkschaft Ufo und dem größten Luftverkehrskonzern Europas zu spüren.

Die Gewerkschaft hatte den Warnstreik am Morgen von ursprünglich sechs auf 19 Stunden bis Mitternacht bei den Konzerntöchtern Eurowings, Germanwings, Lufthansa Cityline und Sunexpress verlängert. Die Kerngesellschaft Lufthansa wurde hingegen nicht bestreikt, sodass am größten deutschen Flughafen in Frankfurt nur wenige Flüge der Lufthansa Cityline abgesagt werden mussten.

„Die vollmundigen Ankündigungen der Lufthansa, alle Flüge stattfinden zu lassen, sind einfach nicht eingetreten“, sagte der stellvertretende Ufo-Vorsitzende Daniel Flohr in Frankfurt. Er beschuldigte das Management, Streikbrecher mit bis zu 200 Euro Extra-Prämien geködert zu haben. Ein Eurowings-Sprecher erklärte, dass nur tarifvertraglich fest vereinbarte Zuschläge gezahlt würden. Diese würden immer fällig, wenn Flugbegleiter sich an freien Tagen freiwillig meldeten. Allgemein hielten sich die Auswirkungen der aus Sicht des Konzerns rechtswidrigen Warnstreiks in engen Grenzen. „Mehr als 90 Prozent der Crews sind pünktlich zum Dienst erschienen.“

Eine Gesamtzahl der ausgefallenen Flüge nannten Lufthansa und Eurowings zunächst nicht. Für eine Bilanz müsse das Streikende abgewartet werden. „Heute geht es uns nur darum, die Auswirkungen für die Gäste möglichst gering zu halten“, sagte Lufthansa-Sprecher Martin Leute.

Den öffentlich zugänglichen Flugplänen zufolge fiel jeweils eine deutlich zweistellige Zahl von Flügen in Berlin-Tegel, Köln, München, Stuttgart und Hamburg aus, zusammen mit kleineren Flughäfen wurden rund 100 Starts abgesagt. Gestrichen wurden meist innerdeutsche Verbindungen, auf denen die Passagiere mit Bahn-Gutscheinen ans Ziel gebracht werden konnten. In Düsseldorf fiel auch ein Überseeflug der Eurowings an den New Yorker Flughafen Newark aus, allerdings laut Gesellschaft aus technischen Gründen.

Der Flugbetrieb in Hannover und Bremen sei zunächst weitgehend verschont geblieben. Bis zum Sonntagnachmittag wurden in Hannover lediglich drei Eurowings-Flüge nach Cagliari, Thessaloniki und Stuttgart gestrichen, in Bremen fanden alle Starts statt, ging aus den Flugübersichten der Airports hervor.

Von Ufo bestreikt wurden ausschließlich Flugbetriebe mit deutschem Tarifrecht mit Ausnahme der Lufthansa-Kerngesellschaft. Nach einer Flugplan-Auswertung des Online-Portals „Austrianaviation.net“­ sollten diese Gesellschaften am Sonntag rund 500 Verbindungen mit Flugnummern der Gesellschaften Eurowings, Lufthansa und Sun­express anbieten. Dem Vernehmen nach hat Eurowings einzelne dieser Flüge mit nicht bestreikten Flugbetrieben durchgeführt. Hier kommen die LG Walter und die österreichische Eurowings Europe in Betracht.

Ufo kündigte an, am Montag die Warnstreiks in ihren jeweiligen Tarifkommissionen auszuwerten und über weitere Maßnahmen zu beraten.

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