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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Luftfahrt: Germania in Turbulenzen

10.01.2019

Berlin /Bremen Nach dem turbulenten Flugsommer 2018 steckt jetzt die Fluggesellschaft Germania in finanziellen Schwierigkeiten. Die Airline prüft nach eigenen Angaben mehrere Finanzierungsoptionen, um einen kurzfristigen Liquiditätsbedarf zu sichern. „Es geht dabei um die zentrale Frage, wie wir als mittelständisches Unternehmen auch weiterhin in einem Marktumfeld schlagkräftig bleiben, das von Fluggesellschaften mit konzernähnlichen Strukturen geprägt ist“, teilte Germania in Berlin mit.

Beim Flugbetrieb soll es aber keine Einschränkungen geben. Alle Germania-Flüge fänden planmäßig statt, hieß es. Allein von Bremen aus sind zurzeit mehr als 20 Ziele im Angebot, mit Schwerpunkt rund ums Mittelmeer und auf den Kanaren. Weitere wurden angekündigt.

Verkauf erwogen?

Wie das Luftfahrt-Portal „aerotelegraph.com“ berichtete, wird auch ein Verkauf der Gesellschaft erwogen. Die Suche nach neuen Aktionären sei aber bisher erfolglos geblieben. Dem Bericht zufolge brauchte Germania bereits kurz vor dem Jahreswechsel 20 Millionen Euro, um weiterfliegen zu können. Eine Germania-Sprecherin wollte diese Informationen am Mittwoch nicht kommentieren.

Germania ist eine deutsche Fluggesellschaft mit einer mehr als 30-jährigen Geschichte. Über viele Jahre hatte sie Bremer Eigentümer – mit der Familie Bischoff. Später übernahm das Management das Unternehmen. Germania gehört über eine zwischengeschaltete Beteiligungsgesellschaft heute komplett ihrem Chef Karsten Balke. Man sieht sich als letzte verbliebene größere konzernunabhängige Fluggesellschaft in Deutschland.

Wichtige Zielgruppen sind Einzelbucher und Reiseveranstalter. Außerdem hatte sich das Unternehmen auch Werksverkehr für den Flugzeugbauer Airbus gesichert. Jährlich fliegen den Angaben zufolge mehr als vier Millionen Passagiere mit Germania. Auch der weltgrößte Reisekonzern TUI (Hannover) ist nach eigenen Angaben punktuell mit Germania im Geschäft. So habe der Veranstalter für die kommenden Tage eine geringe Zahl von Germania-Flügen von Leipzig/Halle aus gechartert, teilte TUI mit.

Germania ist stark gewachsen. Man betreibt nach eigenen Angaben nun 37 Mittelstreckenjets. Die Gesellschaft startete seit Mitte 2016 eine Investitionsoffensive: So orderte Germania bei einer Farnborough Airshow bei London 25 Airbus-Mittelstreckenjets der A320neo-Modellfamilie und sicherte sich Optionen auf 15 weitere Flugzeuge der Reihe. Künftig will Germania mit einer reinen Airbus-Flotte unterwegs sein.

Höhere Kerosinpreise

Dass das Geld bei der Airline jetzt knapp wurde, begründete das Management mit den stark gestiegenen Kerosinpreisen im vergangenen Sommer und der Abwertung des Euro zum US-Dollar. Zudem habe es „erhebliche Verzögerungen“ bei der Aufnahme neuer Flugzeuge in die Flotte gegeben, und Germania habe außergewöhnlich viele technische Serviceleistungen bei ihren Flugzeugen in Anspruch nehmen müssen. Die Folge seien „große Belastungen“ gewesen.

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In den vergangenen Jahren kamen in Europa zahlreiche Fluggesellschaften in Turbulenzen. Bekannte Insolvenz-Fälle wurden Air Berlin und die britische „Monarch“, betroffen waren aber auch kleinere Gesellschaften wie Skyworks (Schweiz), VLM (Belgien), Small Planet und Azur Air (Deutschland), Cobalt (Zypern) und die skandinavische Primera Air, die teils auch zeitweilig Bremen anflogen.

Als potenzielle Investoren für Germania kommen große europäische Luftfahrtkonzerne wie Lufthansa, Ryanair, Easyjet oder IAG infrage. Eine Easyjet-Sprecherin sagte, man wolle die Spekulationen um Germania zum jetzigen Zeitpunkt nicht kommentieren. In Berlin forderte die FDP-Fraktion den Senat auf, Germania in der Hauptstadt zu halten.

Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
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