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Dehoga-Umfrage Zwischen Sorge und Überdruss

Matthias Arnold Andreas Herholz

Berlin - Braucht es mehr Kon­trollen oder sogar ein Alkoholverbot in Kneipen? Manche Gastronomen und auch ihre Gäste sind es inzwischen leid, sich an die strengen Auflagen in der Corona-Krise zu halten. Vielerorts stehen die Tische wieder eng beieinander. Masken sieht man seltener und Kunden tragen falsche Namen und Adressen in die Kontaktlisten der Wirte ein – sofern diese überhaupt noch verteilt werden.

Kontrollen gefordert

Dieses Verhalten hat vor allem in Berlin dazu geführt, dass der dortige Landesverband des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga zu mehr Kontrollen des Ordnungsamts in den Betrieben aufgerufen hat – „mit Augenmaß“, wie Geschäftsführer Thomas Lengfelder stets betont, also ohne gleich Bußgelder zu verhängen.

Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) brachte jüngst sogar ein Alkoholverbot für Kneipen ins Gespräch. In anderen Städten gibt es dem Dehoga-Bundesverband zufolge ähnliche Diskussionen. „Deshalb geht erneut der dringende Appell an alle Unternehmer, Mitarbeiter und Gäste, die Schutzmaßnahmen umzusetzen“, sagte Hauptgeschäftsführerin In­grid Hartges am Dienstag. „Eine zweite Welle gilt es mit allen Kräften zu verhindern. Am Ende zählt, dass wir uns an das halten, was die Politik auf Basis der Expertise der Wissenschaft jeweils beschließt.“

Im Gespräch mit unserer Berliner Redaktion erklärte Hartges, dass „auch nach der Wiedereröffnung die Not groß“ ist. Ein zweiter Shutdown wäre aus ihrer Sicht „eine Katastrophe für unsere Branche“.

Noch nicht überm Berg

Laut Hartges registriere man so etwas wie eine Dreiteilung. Aus einer aktuellen Dehoga-Umfrage war hervorgegangen, dass viele Betriebe durchschnittliche Umsatzverluste in Höhe 60,1 Prozent beklagen. „In touristischen Destinationen erreichten Hotels und gastronomische Betriebe mit Außenplätzen im Juli zum Teil 70 bis 90 Prozent des Vorjahresumsatzes. Hier wächst die Zuversicht“, sagte Hartges. Dabei helfe die Mehrwertsteuersenkung.


Die Branche sei „aber noch nicht über den Berg. Viele Schulden mussten gemacht werden, um die Monate des Shutdowns zu überstehen. Die Situation der Betriebe in vielen Städten, in denen kaum Touristen anzutreffen sind, keine Veranstaltungen und keine Tagungen stattfinden, ist bedrohlich“, sagte Hartges.

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