BERLIN/DETROIT - Die Bundesregierung erhöht den Druck auf die Opel-Spitze, um ein tragfähiges Konzept zur Sanierung des Autobauers zu bekommen. Am Donnerstag schaltete sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) direkt in die Rettungsbemühungen ein. In einem Telefonat machte sie dem Europa-Chef des amerikanischen Mutterkonzerns General Motors, Carl-Peter Forster, deutlich, dass der Regierung die bisherigen Vorlagen nicht ausreichten.

Für diesen Freitag ist ein Spitzentreffen von Bundesregierung sowie Opel und GM anberaumt. An dem Treffen im Kanzleramt nehmen der Vize-Chef von GM, Frederick (Fritz) Henderson, GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster und Opel-Chef Hans Demant teil. Von Regierungsseite sind Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), Kanzleramtschef Thomas de Maizière sowie Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen dabei.

Besonders ärgert man sich in Berlin darüber, dass Opel europaweit um eine Unterstützung von 3,3 Milliarden Euro werbe, zugleich aber Tausende Stellen abbauen wolle. Am Donnerstag gab es Berichte, wonach Opel rund 7600 Stellen in Deutschland abbauen wolle. Dies wies Opel zurück.

Auch die EU-Länder mit Opel-Standorten wollen bei einem Sondertreffen Informationen austauschen. Einige Länder beklagten, nicht ausreichend von GM informiert zu werden, sagte Guttenberg.

Derweil brach die GM-Aktie im frühen Handel in New York um 15 Prozent auf 1,87 Dollar ein. GM hatte in dem zuvor veröffentlichten Jahresbericht geschrieben, dass die Wirtschaftsprüfer ein ernsthaftes Risiko einer Insolvenz sehen.