Berlin - Die langjährige Rekordjagd in der deutschen Tourismuswirtschaft scheint langsam zu Ende zu gehen. In die bereits angelaufene Wintersaison geht die Branche aber immer noch mit Zuversicht, wie aus der aktuellen DIHK-Saisonumfrage Tourismus hervorgeht, die unserer Berliner Redaktion am Wochenende vorlag. „Allerdings verliert der Aufschwung nach zehn Rekordjahren an Schwung“, sagte Ilja Nothnagel, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).
Die konjunkturelle Eintrübung und der Mangel an Fachkräften hinterließen ihre Spuren. Zudem hätten die Insolvenz des Reiseanbieters Thomas Cook, die Vertrauen in die Pauschalreise gekostet habe, und die Diskussion über den Klimawandel die Geschäftserwartungen gedämpft.
In der aktuellen Befragung von knapp 4500 Unternehmen fielen sowohl die Bewertungen der aktuellen Geschäftslage, wie die der Aussichten etwas weniger positiv aus als im Vorjahr. Dennoch rechnet mehr als die Hälfte aller Betriebe mit guten Geschäften auf gleichbleibend hohem Niveau. Insgesamt dürfte damit die Wirtschaftsleistung im Reisegewerbe weiter zunehmen. Der Anstieg verliert aber an Dynamik. Das schlägt sich auch bei den Investitionen nieder. „Die Unternehmen der Tourismuswirtschaft wollen zwar weiter investieren, aber der Zuwachs fällt schwächer aus als in den letzten Jahren“, so Nothnagel.
Das größte Risiko für die Zukunft in der Reisewirtschaft und im Gastgewerbe bleibt der Umfrage zufolge der große Mangel an Fachkräften. Zwei Drittel der befragten Firmen klagen, das sie dieser bremse. Aber auch die Debatte um den Zeitkorridor für die Sommerferien versetzt die Branche in Unruhe. Wird diese Periode zu stark eingeengt, so mache das Ferien in Deutschland unattraktiver, weil dann noch mehr Staus und steigende Preise zu erwarten wären.
