BERLIN - Deutsches Erdgas deckt 20 Prozent des Bedarfs. Die hiesigen Reserven reichen noch 20 Jahre.
Von Olaf Reichert,
Redaktion Berlin
BERLIN - Die deutschen Erdöl- und Erdgasförderer schauen selbstbewusst in die Zukunft. Bei der Jahrestagung des Wirtschaftsverbandes Erdöl- und Erdgasgewinnung (WEG) in Berlin erklärte gestern dessen Vorsitzender Gernot Kalkoffen, „Öl und Gas werden auch in den nächsten 25 Jahren zwei Drittel des Energiemixes in Deutschland ausmachen. Das Ende des Ölzeitalters ist noch nicht erreicht.“ Die heute zugänglichen Ölreserven werden laut Kalkoffen noch 50 Jahre reichen, die erschlossenen Gasvorkommen für 60 Jahre. Sollte es gelingen, Gaslager in der Tiefsee oder gar Methanhydrat-Vorkommen im Meer nutzbar zu machen, reiche das Gas noch für mehrere hundert Jahre.Die nationalen Gasreserven reichen noch etwa für 15 bis 20 Jahre, sagte der WEG-Vorsitzende. Von den 2005 insgesamt in Deutschland geförderten 18,8 Milliarden Kubikmeter Erdgas stammen 17,2 Milliarden (91,6 Prozent) aus Niedersachsen, davon mehr als neun Milliarden aus Weser-Ems. Deutsches Erdgas deckt 20 Prozent des hiesigen Bedarfs. Größter Importeur ist Russland (32 Prozent) vor Norwegen (24), den Niederlanden (18) und Großbritannien (6).
Dank neuer Technik konnten die Erdgas-Fördermengen in Deutschland trotz schwierigerer Bedingungen nahezu konstant gehalten werden. Als Beispiel wurde von Erwin Ehrl (ExxonMobil) das Gasfeld unter Wildeshausen (Kreis Oldenburg) genannt, das durch die neue Horizontalbohrtechnik erschlossen werden konnte. Die Erschließung neuer Felder wie auch in Pewsum (Kreis Aurich) wird aber Ausnahme bleiben. Dort beginnen Anfang 2007 die Tiefenbohrungen.
An heimischem Erdöl wurden 2005 rund 3,6 Millionen Tonnen gefördert. Die Reserven werden laut WEG auf 46,4 Millionen Tonnen geschätzt.
Georg Schöning, Vorstandssprecher von RWE Dea, kritisierte die Förderabgabe von 32 Prozent in Niedersachsen: „Wenn der Förderzins zu hoch ist, wird das Engagement der Firmen im Inland abnehmen.“
