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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Entsorgung: Zu viel Abfall landet in Restmülltonne

29.07.2020

Berlin Reichlich Biomüll, aber auch Papier, Glas, Plastik und immer wieder Batterien: In deutschen Restmüll-Tonnen landet viel, was anders entsorgt werden müsste. Fast 40 Prozent des Gewichts sind Bioabfälle, die auf den Kompost oder in die Biotonne gehören, wie das Umweltbundesamt ermittelt hat. Gut ein Viertel sind Wertstoffe, die recycelt werden sollten. Dazu kommen 0,5 Prozent „Problemfälle“ wie Batterien, Lack oder Energiesparlampen, die Schadstoffe enthalten. Tatsächlicher Restabfall – wie Windeln, Staubsaugerbeutel, Kippen oder Kehricht – macht nur ein Drittel des Restmüll-Gewichts aus.

504 Stichproben

Um das herauszufinden, haben Helfer im Auftrag des Umweltbundesamts seit 2018 per Hand 504 Stichproben sortiert, das entsprach dem Inhalt von mehr als 2800 Mülltonnen. Und zwar nicht einfach aus Neugierde, sondern um herauszufinden, wie sich Mülltrennung und -vermeidung noch verbessern lassen.

Es war die erste bundesweite Restmüll-Analyse seit 1985, und aus Umweltsicht gibt es eine gute Nachricht: Heute fällt nur noch fast halb so viel Restmüll pro Einwohner und Jahr an, die Menge sank von 239 auf 128 Kilo. Vor allem Altpapier, Altglas, Metalle und Kunststoffe landen seltener in der Restmülltonne als damals, hier gibt es Rückgänge von bis zu 80 Prozent. Bei der Gesamtmenge des Abfalls seien die Deutschen aber nicht besser geworden, so Bettina Rechenberg vom Umweltbundesamt, da sei noch viel zu tun.

Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth sprach am Dienstag dennoch von einer „Erfolgsgeschichte“. Er mahnte aber: Ziel müsse sein, alles, was sich wiederverwerten lasse, auch zu recyceln. „Wir trennen gut, aber eben nicht sehr gut.“

Unterschied Stadt-Land

Bei der Untersuchung fielen Unterschiede zwischen ländlichen, kleinstädtischen und städtischen Hausmüll-Tonnen auf: In Kleinstädten und Vororten ist die Hausmüll-Menge mit 110,5 Kilo pro Einwohner und Jahr demnach am geringsten, auf dem Land sind es 124,5 Kilo und in der Stadt mit 151,1 Kilo am meisten. Mit Blick auf die Art der Häuser zeige sich, dass „mit zunehmender Bebauungsdichte die Gesamthausmüllmenge und auch der Wertstoffeintrag in die Restmülltonne zunehmen“, heißt es in den Ergebnissen.

Besonders problematisch ist das bei der Entsorgung von Lithium-Ionen-Akkus. Die Batterien, die sich etwa in Smartphones, elektrischen Zahnbürsten und Laptops finden, könnten durch Beschädigung zum Brandauslöser werden, warnte der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE). Sie gehörten nicht in die Mülltonne, sondern in Batteriesammelbehälter im Einzelhandel oder auf Recyclinghöfen.

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