• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Ernährung: Lebensmittel noch zu oft auf dem Müll

15.05.2021

Berlin /Ganderkesee Jeden Tag wird in Deutschland ein Drittel aller Lebensmittel weggeworfen. Rund zwölf Millionen Tonnen landen so jedes Jahr in der Tonne. Für Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) ist das „sowohl aus ökonomischen, ökologischen als auch ethischen Gründen ein Problem“. Mit zwölf Millionen Euro Förderung ihres Ministeriums (2019 bis 2023) sollen nun alle Beteiligten „wirksame Maßnahmen zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung entwickeln und umsetzen“, so Klöckner.

Haushalte werfen weg

Verantwortlich für diese Verschwendung sind viele. Gut die Hälfte (6,1 Millionen Tonnen) wird in den privaten Haushalten unnötigerweise weggeworfen – etwa 75 Kilogramm im Jahr pro Person. Die andere Hälfte geht auf dem Weg vom Acker zum Teller verloren: in der Landwirtschaft (12 Prozent), der Verarbeitung (18 Prozent), dem Handel (4 Prozent) und der Außer-Haus-Verpflegung in Restaurants, Kantinen oder Krankenhäusern und Altenpflegeeinrichtungen (14 Prozent). „Jeder hat hier Verantwortung“, betont Klöckner.

Im dritten Jahr des Förderprogramms sind die Ergebnisse allerdings bisher eher mager, wie sich kürzlich beim 2. Dialogforum zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung in Berlin zeigte. Lediglich im Bereich Außer-Haus-Verpflegung haben Modellbetriebe Maßnahmen entwickelt, um im Schnitt 25 Prozent der Lebensmittelabfälle einzusparen. In den anderen Bereichen ist man noch beim Datensammeln, verbunden mit Absichtserklärungen.

Viele Gründe

Dabei sind die Gründe für Lebensmittelverschwendung eigentlich hinlänglich bekannt. Die Welthungerhilfe hat sie zusammengefasst: „In der Landwirtschaft verderben Erzeugnisse durch falsche Lagerung, Schädlingsbefall, sie werden durch Unwetter zerstört oder müssen entsorgt werden, weil es nicht genügend Abnehmer am Markt gibt. In der Industrie entstehen die meisten Lebensmittelverluste durch Transportschäden, falsche Lagerung und technische Ursachen in der Produktion. Im Groß- und Einzelhandel sorgen Kundenwünsche nach einer breiten und optisch ansprechenden Auswahl sowie Produktvorgaben dafür, dass viele Erzeugnisse durchs Raster fallen und entweder nicht vermarktungsfähig sind oder liegen bleiben und entsorgt werden. In der Gastronomie ist vor allem die unkalkulierbare Nachfrage ein entscheidender Faktor, der zusammen mit falscher Lagerung, strengen Hygiene- und Produktvorschriften sowie schlecht definierten Portionsgrößen (Kantinen) für Speiseabfälle sorgt. Und die Verbraucher haben sich daran gewöhnt, dass Lebensmittel im Überfluss verfügbar sind und das Bewusstsein dafür verloren, welche Leistung und welcher Ressourcen- bzw. Energieverbrauch eigentlich hinter den vollen Regalen steht“, wohl nicht zuletzt, weil Lebensmittel oft (zu) billig sind.

Viele Tipps vom RUZ

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Beim Regionalen Umweltzentrum Hollen (RUZ/Ganderkesee) macht man sich seit Längerem Gedanken, wie Verbraucher Lebensmittelverschwendung vermeiden können und gibt Tipps inklusive eines Podcasts. Lebensmittel sollte man nur mit einem konkreten Einkaufszettel besorgen. Im Supermarkt sollte auf die Verpackungsgröße geachtet werden. Zu Hause kommt viel auf die richtige Lagerung an. Ist das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten, heißt das nicht automatisch, dass weggeworfen werden muss.

Claudia Kay-Rudhardt vom RUZ rät zum Auge-Nase-Mund-Check: Sieht es noch normal aus? Riecht es gut? Schmeckt es? Wenn ja – essen. Und auch aus Resten lassen sich immer noch interessante Gerichte machen. Ja, sogar aus Lebensmittelabfällen: „Man ahnt gar nicht, was man aus Bananenschalen, Möhrengrün oder Blumenkohlblättern Leckeres machen kann“, weiß die RUZ-Ernährungsexpertin und weist darauf hin: Landen Lebensmittel im Mülleimer, landet unser Geld im Mülleimer.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.