BERLIN - So langsam muss man suchen, will man auf der „Grünen Woche“ die Vertreter der für die deutsche Ernährungswirtschaft so bedeutenden Weser-Ems-Region finden. Auf der weltgrößten Messe für Ernährung und Landwirtschaft in Berlin (bis zum 25. Januar) machen sich die Anbieter aus dem Nordwesten rar. Aber, es geht nach dem Motto: „Klein aber oho!“
Viele Stammkunden
„Wenn man Qualität bringt, hat man Erfolg“, weiß „Grüne-Woche“-Urgestein Ludger Fischer. Der Fleischermeister aus Vechta bringt seit 20 Jahren unterm Funkturm seine Schinkenspezialitäten unters (Berliner) Volk. „Viele Messebesucher suchen mich schon, das sind Stammkunden.“ Fischer will zeigen, dass auch kleine Fleischer gute Qualität produzieren. Er ist einer der wenigen Aussteller aus dem Oldenburger Münsterland.
Stammkunden haben auch Ursula und Gerhard Hinrichs aus Norden. Obwohl sie nach 2007 erst zum zweiten Mal Ostfriesentee der Marke Onno Behrends feilbieten, ist ihr Stand umlagert. Gemeinsam mit dem „Störtebeker Land“, dem gemeinsamen touristischen Markenzeichen der Gemeinden Krummhörn und Südbrookmerland, sorgen sie für Leben in der Niedersachsenhalle 5.2a. Tee und Ostfriesische Bohnensopp, zur Gratisverkostung angeboten, werden gern probiert. Den hochprozentigen „Eintopf“ schenken am Montag Maike Willers und Lisa Engler aus Hage aus. „Den Job hat aber auch schon der Bürgermeister von Pewsum gemacht“, berichtet Gerhard Hinrichs, der mit seinen 71 Jahren sichtlich Spaß am Messetrubel hat.
41 Jahre jünger ist Danny Lohan. Er zeichnet bei der Landesvereinigung der Milchwirtschaft für das Marketing des Messestandes verantwortlich. Sein Credo: Milch ist ein Trendgetränk. Und so präsentiert sich die Milchwirtschaft jenseits jeglicher Stallromantik modern, farbig, peppig. Der Hammer kommt aber am Freitag. Für den langen Besucherabend auf der „Grünen Woche“ wurden wie bereits 2008 erneut Go-Go-Tänzer engagiert. „Daran erinnern sich die Leute heute noch – durchweg positiv“, weiß Lohan.
A propos peppig: Die Niedersachsenhalle hat ein neues Gesicht. Farbenfroh wird das Erzeugerland Nummer eins auf Transparenten dargestellt – ungewohnt zwar, aber unverwechselbar. „Wir wollen jung und frisch rüberkommen“, sagt Peter Wachter, Sprecher der Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft. Weitere Anbieter aus der Region findet man in anderen Hallen, etwa die Edewechter Fleischwarenfabrik Karl Hobbie, die ihre extradünnen „Wattwurm“-Salamis in der Halle 12 an den Mann bringt.
Ochsen aus Wesermarsch
Ihre Chance ergriffen hat die Wesermarsch. Sie präsentiert sich auf dem Gemeinschaftsstand der Deutschen Vernetzungsstelle ländliche Räume (Halle 21b). Zudem trumpft der Kreis als Sponsor beim „Niedersachsenabend“ an diesem Mittwoch groß auf. Die 1500 Gäste sollen mit Ochsenspezialitäten aus der Wesermarsch verwöhnt werden.
Schmerzlich vermisst wird indes „Berta aus dem Ammerland“. Sonst war immer eine Muttersau aus Wiefelstede mit ihren Ferkeln auf dem „Neuland“-Stand in Halle 25 zu sehen. Den Platz haben ihr die schwäbisch-hallische Sau „Stola“ und „Ninchen“ aus Bentheim samt quiekendem Anhang streitig gemacht.
