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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Mit viel Luxus gegen die Kaufhauskrise

13.12.2018

Berlin In den Wochen vor Weihnachten wird es noch einmal besonders sichtbar: Bei Deutschlands Warenhäusern herrscht eine Zwei-Klassen-Gesellschaft. Die klassischen Kaufhäuser für Otto Normalverbraucher kämpfen ums Überleben und müssen jeden Euro zweimal umdrehen. Eine Handvoll Luxus-Warenhäuser wie das KaDeWe (Kaufhaus des Westens) in Berlin kann dagegen aus dem Vollen schöpfen. Sie sprechen nicht nur die Kunden aus der eigenen Stadt an, sondern sollen kauffreudige Klienten aus aller Welt anlocken. Bald könnte diese edle Gruppe der Luxus-Kaufhäuser noch einmal Zuwachs bekommen.

„Auch wenn die normalen Warenhäuser zu kämpfen haben, sind die Zukunftsaussichten für die Luxus-Warenhäuser ausgesprochen gut“, sagt der Handelsexperte Jörg Funder von der Hochschule Worms. Denn Luxus ist ein Wachstumsmarkt. Nach einer Studie, die die Managementberatung Bain & Company zusammen mit dem italienischen Luxusgüterverband Fondazione Altagamma durchführte, dürfte der weltweite Umsatz mit Luxusgütern in diesem Jahr um sechs bis acht Prozent auf bis zu 281 Milliarden Euro steigen. Bis 2025 ist demnach gar mit Erlösen von bis zu 390 Milliarden Euro zu rechnen.

Wer diesen Kundenkreis ansprechen will, muss allerdings viel Geld in die Hand nehmen. „Was Luxus-Warenhäuser von normalen Kaufhäusern unterscheidet, ist nicht nur das gehobene Sortiment und der bessere Service, sondern vor allem die höhere Erlebnisqualität“, erklärt Funder. Vor allem drei Häuser fallen dem Branchenkenner in Deutschland ein, die diesen Ansprüchen gerecht werden: Das KaDeWe in Berlin, das Alsterhaus in Hamburg und das Oberpollinger in München. Das Fachmagazin „Handelsjournal“ bezeichnete diese drei Warenhäuser einmal als „die Kronjuwelen der deutschen Kaufhauslandschaft“.

Die Warenhäuser waren einst die Vorzeigefilialen von Karstadt. Doch inzwischen gehören sie mehrheitlich der thailändischen Central Group der Unternehmerfamilie Chirathivat. Sie hält 50,01 Prozent an den drei Warenhäusern, der österreichische Unternehmer René Benko über seine Signa-Gruppe den Rest.

Doch auch andere Kaufhäuser wie Engelhorn in Mannheim, das unter seinem Dach zwei Sterne-Restaurants beherbergt, Breuninger in Stuttgart oder Ludwig Beck in München streben in eine ähnliche Richtung. Während viele „normale“ Warenhäuser nach Ansicht von Experten darunter leiden, dass seit Jahren zu wenig in ihre Modernisierung investiert wurde, wird bei den Luxus-Kaufhäusern geklotzt. Das KaDeWe, das Alsterhaus und das Oberpollinger werden derzeit für einen dreistelligen Millionenbetrag von Stararchitekten wie dem Niederländer Rem Koolhaas aufpoliert.

Der teuere Umbau rechne sich, sagte Alsterhaus-Chef Timo Weber kürzlich im Gespräch mit der Fachzeitschrift „Textilwirtschaft“. Im Hamburger Nobelhaus hätten sich die Umsätze in dem mit Millionenaufwand umgebauten Erdgeschoss um 50 Prozent erhöht. Laut dem Handelsexperten Funder ist der Markt für Luxus-Kaufhäuser jedenfalls noch nicht ausgereizt. Er ist überzeugt: „Berlin, Hamburg und München sind ideale Standorte für Luxus-Warenhäuser, aber auch in Frankfurt, Stuttgart oder Düsseldorf könnte so ein Edel-Kaufhaus sicher funktionieren.“

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