BERLIN - Schon in einigen Jahren könnte es mit der beim Radio bisher gängigen UKW-Übertragung vorbei sein spätestens dann müssten in vielen Haushalten wohl neue Radiogeräte her, da die alten Geräte die Signale des Digtial Radio (bekannt als DAB/Digital Audio Broadcasting) nicht verarbeiten können. Diese Meinung ist zumindest vor Beginn der Funkausstellung IFA in Berlin (2. bis 7. September) verbreitet.
Radiohörer stehen demnach vor einer Revolution. Schon bis Ende dieses Jahres will die Initiative Marketing Digital Radio (IMDR) eine 70-prozentige Abdeckung Deutschlands mit dem digitalen Hörfunk erreichen, ab 2004 eine Vollabdeckung.
Und auch beim Programm tut sich viel. Diverse neue Angebote sind am Start. Bereits in diesem Monat ist das überarbeitete Digitalradio DAB+ bundesweit auf Sendung gegangen. Insgesamt soll es bereits 100 öffentlich-rechtliche und private DAB-Programme geben, darunter zwölf bundesweite.
Die neue Technik verspricht deutliche Qualitätsverbesserungen. Die Digitalisierung schafft mehr Platz auf dem Frequenzspektrum. Das macht eine Herausfilterung unliebsamer Elemente und damit besseren Empfang und Klang möglich. Zudem entfällt bei Autoradios während der Fahrt die Suche nach dem Programm auf einer anderen Frequenz: DAB-Programme benötigen nur eine einzige.
Für die Komfortsteigerung sind eine Stabantenne sowie ein Decoder notwendig außerdem ein Empfangsgerät, das sowohl DAB als auch UKW empfangen kann. Auf der Funkausstellung IFA wird deutlich: Für den neuen Standard drängt eine Fülle neuer Geräte auf den Markt, darunter auch viele Autoradios (etwa von Blaupunkt, Grundig, Pioneer und Kenwood).
Klar wird: Waren DAB-Empfänger bisher eher Nischenprodukte, kommen zur IFA auch die Elektronikriesen mit Radios auf den Markt. Einfache DAB-Radios sind angeblich bereits ab 50 Euro zu haben.
Ein paar Beispiele für Geräte für den Hausgebrauch:
Philips tritt mit zwei Kompaktanlagen (DCB8000 und DCB7005), einer Dockingstation (DCB2070), dem Kofferradio AE5430 und dem Radiowecker AJB3552 an. Die französische Sagemcom bringt mit dem HL40 auch ein Radio mit nach Berlin, das den neuen digitalen Standard unterstützt, ebenso Sony mit einem Retro-Stereoradio im Holzgehäuse (XDR-S16DBP), einem Uhrenradio (XDR-C706DBP) oder der Anlage CMT-G1BiP. Viele DAB-Neuheiten gibt es auch von der Marke Pure aus Großbritannien, wo das Digitalradio schon etabliert ist.
DAB ruft aber nicht nur große Namen auf den Plan, auch unbekanntere Marken versuchen ihr Glück mit modernen Geräten. Das deutsche Unternehmen Sonoro hat zum Beispiel sein CD-Radio Cubo mit DAB aufgerüstet.
Die einfachste Art, um DAB einmal auszuprobieren, bietet vielleicht Noxon. Der Hersteller hat einen Digitalradio-Empfänger in einen USB-Stick integriert, der auch 5.1.-Surround-Klang unterstützt. Der Noxon DAB-Stick kostet 20 Euro und wird mit Antenne sowie einer Tuner-Software geliefert, die das Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen mitentwickelt hat.
