BERLIN - BERLIN/DPA/AP - Das deutsche Handwerk sieht noch kein Ende seiner konjunkturellen Talfahrt. Wie der Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Hanns-Eberhard Schleyer, zur Vorstellung der Frühjahrskonjunkturumfrage gestern in Berlin mitteilte, klagen die Betriebe über rückläufige Umsätze, dünnere Auftragsbücher und geschrumpfte Erträge. Das Handwerk müsse weiter um jeden Auftrag ringen. Außerdem müssten Stellen abgebaut werden.
Das Geschäftsklima habe sich im ersten Quartal über das saisonübliche Maß hinaus abgekühlt. Vor allem die Bau- und Ausbauhandwerke sowie die Gesundheitshandwerke beurteilten die aktuelle Situation negativ. Insgesamt berichteten 59 Prozent der westdeutschen Handwerker über Umsatzeinbußen. Im Osten seien es sogar 66 Prozent.
Die zu Jahresbeginn eingeführten Festzuschüsse zum Zahnersatz und die bereits vor über einem Jahr erfolgte weitgehende Streichung der Kassenzuschüsse zu den Sehhilfen stellten viele Zahntechniker und Augenoptiker vor ernsthafte wirtschaftliche Schwierigkeiten.
Zur angespannten Situation trage auch bei, dass durch gestiegene Energiepreise die Betriebe zusätzlich unter Druck gerieten. In Kombination mit der restriktiven Kreditvergabe vieler Banken und einer mangelhaften Zahlungsmoral vieler Kunden würden die verfügbaren Mittel für Investitionen weiter sinken.
