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nordwest-zeitung

Konsum Vorgezogenes Weihnachtsgeld?

Andreas Hoenig

Berlin - Der Handelsverband Deutschland hat zurückhaltend auf Vorschläge von Politikern reagiert, Weihnachtsgeld-Zahlungen vorzuziehen und damit den Einzelhandel zu stärken.

Hauptgeschäftsführer Stefan Genth sagte: „Wir begrüßen alle Maßnahmen, die unseren Innenstadt-Einzelhändlern helfen, durch diese Corona-Krise zu kommen. Eine vorgezogene Auszahlung des Weihnachtsgeldes hilft wahrscheinlich den Geschäften in der Innenstadt jedoch nur in sehr geringem Umfang. Leider meiden viele Kunden zurzeit den Einkaufsbummel, weil sie in Corona-Zeiten möglichst wenigen Menschen begegnen wollen.“

Zudem sei zurzeit die Sparquote sehr hoch. Viele Verbraucher hielten ihr Geld angesichts unsicherer Zukunftsperspektiven lieber zusammen, sagte Genth. „Für die in Not geratenen Händler wären deshalb direkte Hilfszahlungen wie mit den staatlichen Überbrückungshilfen, die unbedingt verlängert werden müssen, zielführender.“

Schutz vor Lockdown

Der rheinland-pfälzische CDU-Fraktionschef Christian Baldauf hatte der „Bild“-Zeitung gesagt: „Wir müssen den Einzelhandel jetzt unterstützen. Deshalb appelliere ich an Firmen, das Weihnachtsgeld schon mit dem Oktobergehalt auszuzahlen.“

Dann könnten viele Menschen ihre Weihnachtseinkäufe schon in den nächsten Wochen erledigen, und der Handel müsste sich dann „vor einem hoffentlich vermeidbaren zweiten Lockdown vor Weihnachten nicht ganz so stark fürchten“. Baldauf ist Spitzenkandidat der CDU Rheinland-Pfalz für die Landtagswahl 2021.


Ähnlich äußerte sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Florian Post. „Das würde die Lage in den Einkaufszonen im Weihnachtsgeschäft entspannen und wäre eine große Hilfe für den stationären Einzelhandel“, sagte er.

FDP-Fraktionsvize Michael Theurer sagte der „Bild“-Zeitung: „Bevor das Ganze bei anonymen Online-Riesen landet, wäre es großartig wenn die Unternehmen, die trotz Corona noch Weihnachtsgeld zahlen können, dessen Auszahlung vorziehen.“

Hilfen verlängern

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) plant, die bis zum Jahresende laufenden Überbrückungshilfen für coronabedingt besonders getroffene Firmen bis zum 30. Juni 2021 zu verlängern.

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