BERLIN - Die einst größte deutsche Landesbank WestLB steht vor einer radikalen Schrumpfkur. Nach der Grundsatzeinigung des Bundes mit den WestLB-Eigentümern läuft alles auf eine kleine Sparkassen-Zentralbank hinaus, wie am Mittwoch in Verhandlungskreisen verlautete. Wer die milliardenschweren Finanzlasten trägt, war jedoch noch nicht in allen Details geklärt.

Der Bund wird aber nach Angaben des Finanzministeriums in Berlin helfen. Laut Finanzkreisen soll die drei Milliarden Euro schwere stille Einlage des Bundes bei der WestLB zur „Bad Bank“ umgeschichtet und zur Risikoabsicherung genutzt werden.

Das Modell Sparkassen-Zentralbank ist Teil des Umbaukonzepts, das Deutschland am späten Dienstagabend bei der EU-Kommission einreichte. Das Konzept für die drittgrößte deutsche Landesbank enthält drei Varianten: Verkleinerung, Verkauf und Zentralbank.

In Brüssel sorgten die Vorschläge für Verwunderung: Aus Kreisen der EU-Wettbewerbshüter verlautete, es sei ungewöhnlich, dass mehrere Alternativen für die Restrukturierung eines Unternehmens vorgelegt würden. Die Bundesregierung habe das Problem nach Brüssel abgewälzt.

Mit weniger als einem Viertel der Bilanzsumme von 210 Milliarden Euro würde das WestLB-Nachfolgeinstitut Dienstleistungsaufgaben für die rund 100 Sparkassen in Nordrhein-Westfalen übernehmen. Dies dürfte zu einem drastischen Personalabbau bei der WestLB führen, die derzeit noch etwa 5000 Mitarbeiter hat, davon etwa ein Drittel im Ausland. Den nötigen Kapitalbedarf von 1 bis 1,2 Milliarden Euro würde ausschließlich die Sparkassen-Gruppe übernehmen, hieß es in den Finanzkreisen.


Nach dem im Brüssel vorgelegten Modell sollen die größeren Teile der WestLB und ihrer Geschäftsfelder verkauft oder auf die Bad Bank übertragen werden. In dieser Abwicklungsanstalt lagern bereits Papiere und Aktivitäten im Volumen von 77 Milliarden Euro. Nach einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ könnten weitere 100 Milliarden Euro aus der WestLB in die Bad Bank verschoben werden.

Gleichzeitig wird der Verkaufsprozess für die WestLB mit zwei Bietern fortgesetzt. Diese hätten mit ihren nicht bindenden Angeboten die Interessen aller Beteiligten berücksichtigt und praktikable Lösungskonzepte vorgestellt, teilte der Sonderbeauftragte Friedrich Merz mit. Er bekommt nach Informationen der Zeitung „taz“ 1,2 Millionen Euro Honorar.

Nach den Brüssler Auflagen muss die WestLB bis Ende des laufenden Jahres mehrheitlich den Besitzer wechseln. Gelingt dies nicht, droht die Abwicklung,