Berlin - In den Streit um mehr Geld aus der EU-Agrarförderung für den Umwelt- und Klimaschutz in Deutschland kommt Bewegung. Das Bundeslandwirtschaftsministerium von Julia Klöckner (CDU) bestätigte, dass im kommenden Jahr ein höherer Anteil hierfür umgeschichtet werden soll. Bis Jahresende gilt noch, dass 4,5 Prozent aus den sogenannten Direktzahlungen umgelenkt werden können – das sind etwa 226 Millionen Euro pro Jahr. Über den Umschichtungssatz für 2020 laufe derzeit eine Abstimmung innerhalb der Bundesregierung, erklärte das Agrarressort, und fügte hinzu: „Er wird ein höherer sein.“ Nähere Angaben wurden vorerst nicht gemacht.

Die Agrarminister der Länder hatten sich für eine Umschichtung in bisheriger Höhe von 4,5 Prozent ausgesprochen. Über die Zukunft der EU-Agrarfinanzierung ab 2021 wird derzeit verhandelt. Die Subventionen sind so aufgebaut: Die erste Säule bilden Direktzahlungen, die je Hektar landwirtschaftlicher Fläche gewährt werden. Daraus erhält Deutschland jährlich 4,85 Milliarden Euro von der EU. Die zweite Säule von jährlich rund 1,3 Milliarden Euro für Deutschland umfasst Förderprogramme für umweltschonende Bewirtschaftung und ländliche Entwicklung.

Die EU-Staaten dürfen bis zu 15 Prozent der Mittel von der ersten in die zweite Säule umschichten. Das hatte der SPD-Agrarexperte Rainer Spiering (Osnabrück) vorgeschlagen, die Unionsfraktion aber zurückgewiesen.