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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Landwirtschaft: Länger Ferkelkastration ohne Betäubung

05.11.2018

Berlin Die Große Koalition in Berlin verschiebt das ursprünglich ab Januar geplante Verbot der Kastration von Ferkeln ohne Betäubung. CDU/CSU und SPD verständigten sich nun nach Unionsangaben auf einen Gesetzentwurf, mit dem die Übergangsfrist bis zum vollständigen Verbot um zwei Jahre verlängert wird. Grund seien fehlende Alternativen, was viele Schweinehalter ihre Existenz kosten könne.

Die Koalitionsspitzen hatten sich bereits Anfang Oktober auf eine längere Übergangsfrist geeinigt. Grüne und Verbraucherschützer empörten sich und bestritten, dass es an Alternativen mangele – sie kosteten die Fleischindustrie nur mehr.

In Deutschland werden jedes Jahr Millionen männlicher Ferkel wenige Tage nach der Geburt ohne Betäubung kastriert. Diese Methode soll vermeiden, dass Fleisch von Ebern einen strengen Geruch und Beigeschmack bekommt.

Die Unionsfraktionsvize Gitta Connemann aus Leer erklärte am Samstag, es gebe derzeit keine marktgängige oder praktikable Alternative zur betäubungslosen Ferkelkastration. Erforderliche Tierarzneimittel seien noch nicht zugelassen, alternative Verfahren würden bislang von Handel und Verbrauchern nicht akzeptiert. „Ohne ein Handeln des Gesetzgebers würden gerade die kleinen Höfe ab 2019 vor einem unlösbaren Problem stehen“, argumentierte sie. Die Ferkelerzeugung werde dann ins Ausland abwandern.

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Das Verbot ab 2019 war bereits mit der Reform des Tierschutzgesetzes 2013 beschlossen worden. Niedersachsen – das Bundesland ist Schweineland Nummer 1 – hatte im Bundesrat zuletzt eine Verschiebung gefordert.

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