BERLIN/LüNEBURG - BERLIN/LÜNEBURG/DPA/WI - Den Deutschen bleibt eine ihrer Lieblingskartoffeln – zumindest für einen Übergangszeitraum – länger erhalten als erwartet. Es geht um „Linda“. Der Sortenschutz laufe erst zum 30. Juni 2007 aus, teilte Bundesverbraucherministerin Renate Künast (Grüne) am Donnerstag in Berlin mit. „Viele Verbraucher hatten sich mit mir seit Monaten für den Erhalt dieser schmackhaften Kartoffelsorte eingesetzt.“
Die Firma Europlant (Lüneburg) war mit einer Klage gegen die Auslauffrist des Bundessortenamtes 2007 gescheitert. Europlant hatte den Sortenschutz 1975 erhalten, der in der Regel nach 30 Jahren endet. Entsprechend sollte der Schutz nach dem Wunsch der Firma bereits in diesem Jahr enden.
Die Lüneburger zogen nach dem Ende des Sortenschutzes auch die Zulassung der Sorte zurück, um „Linda“ vom Markt zu nehmen. Ein Züchter hat allerdings bereits einen Antrag auf Neuzulassung gestellt. „Ich bin zuversichtlich, dass rechtzeitig eine Neuzulassung erteilt wird, so dass Linda auch nach 2007 angebaut werden kann“, sagte Künast.
„Linda“ ist nach Angaben von Europlant eine gelbfleischige, festkochende Salatkartoffel mit guter Lagereigenschaft, aber auch einer hohen Anfälligkeit gegen Kraut- und Knollenfäule. Die Geschmacks- und Kocheigenschaften neuerer Sorten seien denen von „Linda“ überlegen. Auch im Handel sieht man „Linda“ eher negativ: Ihre Eigenschaften seien nicht durchgehend einheitlich. Das mache die Vermarktung schwierig.
Die Kartoffel hatte im vergangenen Jahr einen Marktanteil von rund 1,4 Prozent. Sie wird hauptsächlich in Schleswig Holstein, Hamburg, dem nördlichen Niedersachsen und Teilen Nordrhein-Westfalens angebaut.
Einen Absatzschwerpunkt hat sie allerdings auf Wochenmärkten und bei Direktvermarktern im Nordwesten. Hier wird die gelbliche „Linda“ u.a. zu Spargel sehr geschätzt.
