Berlin - Noch nie sind weltweit so viele Menschen in Flugzeuge gestiegen wie im vergangenen Jahr. Davon profitiert auch die Industrie in Deutschland und dokumentiert das zur Luftfahrtmesse ILA mit Rekordzahlen.

Flugzeugbauer und Zulieferer konnten im vergangenen Jahr ihren Umsatz um acht Prozent auf 29,2 Milliarden Euro steigern, weil die Airlines immer mehr Maschinen brauchen und zunehmend alte Modelle gegen leisere und sparsamere austauschen, teilte der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) am Dienstag mit. Ihre Neuheiten präsentiert die Branche von diesem Mittwoch an auf der ILA in Schönefeld bei Berlin.

Rund 200 Fluggeräte werden in Sichtweite des nicht eröffneten neuen Hauptstadtflughafens zu sehen sein. 150 000 Besucher werden bis Sonntag erwartet. Zu den Messe-Themen zählen Kerosinsparen und Elektroantriebe, Konzepte für Flugtaxis und Drohnen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird die ILA eröffnen, die am Wochenende auch Privatbesuchern offen steht.

2017 hatten Fluggesellschaften weltweit nach UN-Angaben 4,1 Milliarden Passagiere transportiert, gut sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders stark wachse der Markt in Asien, sagte BDLI-Präsident Klaus Richter am Dienstag. „Eine Menge Flughäfen eröffnen dort und viele Menschen verdienen dort mehr Geld.“ Damit können sie sich das Fliegen leisten.

1800 Flugzeuge wurden nach Branchenangaben 2017 weltweit ausgeliefert – in jedem steckten Teile aus Deutschland. „Dank des berühmten deutschen Mittelstands haben wir so eine starke Position“, sagte Richter. Jedes sechste neue Flugzeug sei bei Airbus in Hamburg endmontiert worden, der europäische Flugzeugbauer habe Aufträge für neun Jahre.


Der Gesamtbranchenumsatz stieg um sechs Prozent und erreichte erstmals 40 Milliarden Euro, weil auch die Raumfahrt- und Rüstungsparten zulegten. Bei der militärischen Luftfahrt habe es im Vorjahr eine Trendwende gegeben, die der Verband nun bestätigt sieht. Mit 109 500 Beschäftigten arbeiten in der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie so viele Menschen wie nie.