BERLIN - Klaus Wowereit war gut gelaunt – trotz früher Stunde. Um 7.45 Uhr traf sich Berlins Regierender Bürgermeister am Freitag auf der Grünen Woche mit Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) und Bauernpräsident Gerd Sonnleitner zum traditionellen Rundgang. Diesmal war allerdings nichts wie sonst. Dioxin heißt das Wort in aller Munde. „Keiner muss sich grämen“, sagt Wowereit (SPD). „Hier werden hervorragende, ausgezeichnete und vor allem gesundheitsfördernde Produkte präsentiert.“

Auch Aigner hatte nach zwei Wochen mit Rücktrittsforderungen und Krisen-Aktionsplan ihr Lächeln wiedergefunden. Dioxin? „Das ist nicht die Realität“, sagt sie.

Der gemeinsame Marathon begann am Stand des Partnerlandes Polen – mit Tanzgruppe und Musik. Es folgten vier Stunden Rundgang durch die Messehallen. Konsumiert wurden dabei unter anderen: slowakischer Sekt und Brot mit Kürbiskernen, kroatischer Slivovic, niederländischer Käse und Pfefferminzlikör namens „Berliner Luft“. Um 8.28 Uhr am Bayern-Stand gesellte sich eine Maß Bier hinzu. Es folgten rumänischer Wein und Köstlichkeiten aus Südtirol. Und so ging es weiter, stundenlang.

„Beim Essen und Trinken, da sollen wir glücklich sein“, sagte der Bauernpräsident zum Abschluss. Aigner lächelte und lobt die Qualität der Nahrung auf der „Woche“.

Unterdessen haben sich mehr als 50 Bauern allein aus Niedersachsen am Freitag mit ihren Traktoren auf den Weg nach Berlin gemacht. Sie sind Teil der bundesweiten Demonstration von mehr als 100 Verbänden. Motto: „Wir haben es satt – Nein zu Gentechnik, Tierfabriken, Exportdumping – für eine bäuerliche ökologische Landwirtschaft weltweit“. Auch mehrere Busse aus dem Oldenburger Land uns Ostfriesland wollen Berlin ansteuern.