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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Mehr Fahrgäste, aber weniger Pünktlichkeit

23.03.2018

Berlin Mit Rückenwind aus der Politik will die Deutsche Bahn ihre Rekord-Fahrgastzahl in den nächsten Jahren weiter steigern. Hohe Investitionen in Züge und das Schienennetz haben aber auch den Schuldenberg der Bahn wachsen lassen.

Vorstandschef Richard Lutz, seit genau einem Jahr im Amt, legte am Donnerstag eine Bilanz mit Rekordumsatz und höherem Gewinn vor. „2017 war wirtschaftlich ein gutes Jahr für die Bahn“, sagte er. Bei Qualität und Pünktlichkeit müsse das Unternehmen jedoch nachlegen.

Allein in seinen Fernzügen ICE und IC zählte der bundeseigene Konzern gut 142 Millionen Fahrten, das sind 2,3 Prozent mehr als 2016. Insgesamt nutzten die Kunden die Bahn im Fern- und Regionalverkehr 2,08 Milliarden Mal – beides Bestwerte.

Die Bahn erzielte im Geschäftsjahr 2017 einen Rekordumsatz von 42,7 Milliarden Euro (plus 5,2 Prozent). Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag bei 1,69 Milliarden nach 1,46 Milliarden Euro im Vorjahr. Unterm Strich stand ein Gewinn von 765 Millionen Euro nach 716 Millionen im Jahr zuvor (plus sieben Prozent).

Treiber dieser Entwicklung sei außer dem Fernverkehr das Auslandsgeschäft gewesen. Die internationalen Töchter DB Arriva und DB Schenker machten „mittlerweile fast die Hälfte unseres Umsatzes aus“, sagte Lutz.

Im Fernverkehr waren lediglich 78,5 Prozent der Züge pünktlich, das waren 0,4 Punkte weniger als 2016. Für dieses Jahr strebt die Bahn eine Quote von 82 Prozent an.

Die Verkehrsleistung der Güterbahn DB Cargo sank um 2,3 Prozent. Der Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) erhöhte sich auf 90 Millionen Euro nach 81 Millionen im Jahr 2016. Der Konzern häufte im vorigen Jahr zusätzliche Schulden an.

Die Nettoschulden stiegen um 1,0 Mrd. auf 18,6 Milliarden Euro. Grund für den Anstieg sei das bisher größte Investitionsprogramm der Bahn in den kommenden Jahren. „Anfangs sind wir noch nicht in der Lage, das aus eigenem Cashflow zu stemmen“, sagte Lutz. Deshalb müssten die Investitionen in Fahrzeuge und Schienennetz über neue Schulden finanziert werden. 2018 fließen mehr als neun Mrd. Euro in den Ausbau des Netzes nach 7,5 Mrd. in 2017.

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