BERLIN/OLDENBURG - BERLIN/OLDENBURG - Die Versorgung mit Schulmilch muss ausgebaut werden. Das fordert der Landfrauenverband Weser-Ems anlässlich des heutigen Internationalen „Tages der Milch“. „Milch und Milchprodukte gehören zwingend in das Angebot aller Kindergärten und Schulen, sie müssen für alle Kinder kostengünstig erhältlich sein“, heißt es in einer Mitteilung der Landfrauen. Zudem müsse endlich Schluss sein mit „Wahnsinnspreisen“. Den ersten Schritt zu einem „fairen Preis“ für die Bauern könne jeder bereits beim Einkauf tun. Gleichzeitig appellierten die Landfrauen an die Politiker, „für ausgewogene Marktverhältnisse in ganz Europa zu sorgen“.

Als widersinnig und unverständlich hat auch der Deutsche Bauernverband Billigstpreis- und Ramschaktionen kritisiert, bei denen der Lebensmittelhandel Milchprodukte unter Einstandspreis verkauft. „Eine solche Verkaufs- und Marketingstrategie gefährdet nicht nur zigtausende Arbeitsplätze im ländlichen Raum, sondern auch aufwendig erreichte Qualität und Sicherheit der Milchprodukte und die tiergerechte Milchtierhaltung“, heißt es in einer Verbandsmitteilung.

Ebenso kritisch müsse der Preisdruck gewertet werden, der durch die europäische Agrarpolitik auf die Milchbauern ausgeübt werde. „Politik, Lebensmitteleinzelhandel und Milchverarbeiter wollen den schon jetzt zu niedrigen Preis von 26 Cent pro Liter in Deutschland auf 22 Cent drücken. Und das, obwohl die Produktionskosten in der EU zwischen 35 und 45 Cent liegen“, sagte gestern in Berlin Bernd Voß, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft (AbL). Die Milchmarktreform schade nicht nur den Bauern in der EU, sondern gefährde auch Kleinbauern in Entwicklungsländern, so Voß. Schuld daran seien die von der EU festgelegten Milchquoten und subventionierte Exporte.

Nach einem Beschluss der EU zur Agrarreform 2003 solle die Quote nochmals um 1,5 Prozent erhöht werden. Überproduktion werde mit Hilfe von Exportsubventionen auf dem Weltmarkt abgesetzt oder vom Staat zu Niedrigpreisen gekauft. „Für die Milchbauern in der EU wäre es viel besser, die in der EU produzierte Milchmenge zu reduzieren, dafür aber einen fairen Preise für die Milch zu erhalten“, sagte Voß. So könnte auch eine sozial- und umweltgerechte Milcherzeugung wirtschaftlich tragbar sein.