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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

ICE-Strecken monatelang gesperrt

02.10.2018

Berlin /Oldenburg Obacht bei der Planung von Bahnreisen ab Juni 2019: Auf die Fahrgäste kommen in den nächsten Jahren monatelange Sperrungen von ICE-Routen zu. Die Deutsche Bahn erneuert die 27 Jahre alten Schnellfahrstrecken Hannover-Würzburg und Mannheim-Stuttgart grundlegend, wie sie am Montag in Berlin mitteilte.

Das Sanierungsprojekt behindert den bundesweiten Zugverkehr in Etappen bis ins Jahr 2023. Zahlreiche Fernzüge müssen umgeleitet werden. Die Fahrzeiten zwischen den betroffenen Städten verlängern sich während der Bauarbeiten um 30 bis 45 Minuten.

Als Erstes wird 2019 der Abschnitt Hannover-Göttingen sechs Monate lang gesperrt – vom 11. Juni bis 14. Dezember. Das bedeutet für Reisende aus dem Nordwesten: Ihre direkten Züge in den Süden (z.B. ICE Oldenburg-München) brauchen länger. Gleiches gilt etwa für Fahrgäste, die in Hannover aus dem Intercity Norddeich-Leipzig nach Süden umsteigen. Von dort aus befahren Anschluss-Fernzüge die langsame alte Leinetal-Strecke, so Pro Bahn.

Es folgt im Umbauprogramm der Bahn die Strecke Mannheim-Stuttgart (10. April bis 31. Oktober 2020). Der Abschnitt Göttingen-Kassel wird von April bis Juli 2021 unterbrochen. Dann kommt im Jahr 2022 die Trasse Fulda-Würzburg dran und schließlich 2023 Kassel-Fulda.

Die Bahn warb um Verständnis für die Serie von Großbaustellen. Sie sei unvermeidbar: Die beiden ICE-Strecken seien seit ihrer Eröffnung 1991 im Dauerbetrieb. Auf der 327 Kilometer langen Trasse zwischen Hannover und Würzburg fahren täglich 110 Fernzüge mit rund 42.000 Reisenden durch Niedersachsen, Hessen und Bayern, außerdem im Durchschnitt 26 Güterzüge. Noch höher ist die Belastung auf den 99 Kilometern von Mannheim nach Stuttgart: 185 Fernzüge mit 66.000 Fahrgästen pro Tag, hinzu kommen 24 Güterzüge.

Die übliche regelmäßige Instandhaltung reiche nun nicht mehr aus, heißt es bei der Bahn. „Wir müssen jetzt grundlegend ran, um die Qualität der Schnellfahrstrecke für künftige Generationen weiter gewährleisten zu können“, erläuterte der Leiter des Sanierungsprojekts Hannover-Würzburg, Hannes Tesch.

Bei den Bauarbeiten werden Gleise, Weichen, Schotter, aber auch die Oberleitungsmasten sowie die Strom- und Sicherungstechnik erneuert. Für die Arbeiten von Hannover bis Göttingen hat die Bahn 175 Millionen Euro veranschlagt, für Hannover- Würzburg 640 Millionen Euro.

Auch alle Fahrgäste, deren Verbindungen nur teilweise über die gesperrten Strecken fahren, werden länger unterwegs sein. Weil auf den Umleitungsstrecken weniger Züge Platz haben, können dort auch weniger ICE und Intercitys eingesetzt werden als sonst üblich. Die Bahn will Inhaber von Zeitkarten und der Bahncard 100, die zu Fahrten auf dem gesamten Netz berechtigt, finanziell entschädigen. Die längere Reisezeit solle den Kunden mit „besonderen kleinen Aufmerksamkeiten“ versüßt werden.

Rüdiger zu Klampen
Redaktionsleitung
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2040

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