BERLIN/OLDENBURG - Die Unternehmen in Deutschland blicken so skeptisch in die Zukunft wie seit Jahren nicht mehr. Im Juli ging der Geschäftsklimaindex des Ifo-Instituts (München) von 101,2 auf 97,5 Punkte zurück und damit deutlich stärker als von Volkswirten erwartet. „Diese Ergebnisse legen nahe, dass der konjunkturelle Aufschwung zu Ende geht“, teilte der Präsident des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, mit.
Der Index für die Erwartungen sank von 94,6 auf 90 Punkte und erreichte damit den tiefsten Wert seit fast sechs Jahren. Der Lage-Index ging von 108,3 Punkte auf 105,7 zurück. „Die Unternehmen sind mit ihrer gegenwärtigen Geschäftslage spürbar weniger zufrieden“, sagte Sinn. Neben der Industrie klagten auch Handel und Baugewerbe über schlechtere Geschäfte. Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) geht von einer bevorstehenden Abkühlung der Konjunktur aus. Mit einem Einbruch der Konjunktur ist aus Sicht von Ökonomen aber nicht zu rechnen.
Auch unter den Bundesbürgern macht sich laut einer Studie des Berliner Instituts Evalux (im Auftrag der Wirtschaftsjunioren Deutschlands/WJD) Pessimismus breit. Danach glauben nur noch rund 27 Prozent, dass sich der Wirtschaftsaufschwung fortsetzen wird. 2007 seien es noch 65 Prozent gewesen. Für die Studie wurden Anfang Mai bundesweit 10 800 Bundesbürger befragt.
Für den Pessimismus seien die steigenden Kosten und Abgaben verantwortlich, meinte WJD-Vorsitzende Anja Kapfer. „Deshalb muss der Staat die Bürger endlich entlasten, damit für den einzelnen mehr übrig bleibt.“ Dies betonte auch Markus Nickel, Sprecher der Wirtschaftsjunioren Oldenburg. Im Oldenburger Land schätzte die Hälfte der Befragten die wirtschaftlichen Perspektiven als gut ein.
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