BERLIN - Der geplante Teilverkauf Opels an den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna ist bei Autoexperten am Freitag auf ein geteiltes Echo gestoßen. Während Ferdinand Dudenhöffer von einem tragfähigen Modell und der „besten Lösung“ sprach, betonte Willi Diez, dass es dem Autobauer an Größe fehle.
Vor allem der nun bei Opel einziehende „Magna-Spirit“ sei nicht zu unterschätzen, so Dudenhöffer. Bereits in drei bis vier Monaten erwarte er bei den Beschäftigten ein „neues Selbstbewusstsein“. Nach zuletzt 20 Jahren ständiger Sanierung sei die Belegschaft demotiviert. Dennoch werde es nun die bekannten harten Einschnitte geben, wonach europaweit etwa jede zehnte der 50 000 Stellen wegfalle.
Skeptischer äußerte sich Diez. Um am Weltmarkt bestehen zu können, müsse Opel seinen Absatz auf etwa drei Millionen Autos verdoppeln. Das sei derzeit umso schwieriger, weil der russische Automarkt völlig am Boden liege: „Es wird sicher einige Jahre dauern, bis der russische Markt das Volumen hat, dass Opel davon echt profitiert.“
Ulrich Wilhelm, Sprecher der Bundesregierung, sagte derweil, dass der Verkauf an Magna „die beste aller in Rede stehenden Alternativen gewesen“ sei. Die Gegenstimme des Vertreters der Bundesregierung im Beirat der Opel-Treuhand sei „in der Sache nicht nachvollziehbar“, sagte er mit Blick auf das ablehnende Votum von Ex-Conti-Chef Manfred Wennemer, der für die Regierung im Beirat saß.
Der designierte Chef des neuen Opel-Konzerns, Carl-Peter Forster, kündigte indes einen harten Sparkurs an. Es müssten europaweit 1,2 Milliarden Euro eingespart werden, um Opel dauerhaft in die schwarzen Zahlen zu führen, sagte Forster. Dafür sei der Abbau „einer hohen vierstelligen Zahl von Arbeitsplätzen, vielleicht auch etwas mehr“ nötig.
