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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Metropolen im Halbstundentakt

16.12.2019

Berlin Zwischen den größten deutschen Städten will die Bahn deutlich mehr ICE und Intercitys fahren lassen. „Wir werden den Fernverkehr zwischen den großen Metropolen konsequent im Halbstundentakt fahren lassen“, bekräftigte der Bahn-Vorstand für Personenverkehr, Berthold Huber. „Am Ende bedeutet das, dass wir den Fernverkehr ausbauen wollen zu einer metropolenverbindenden S-Bahn.“

Den 30-Minuten-Takt für die großen Städte hatte die Bahn im Sommer in ihre neue Strategie „Starke Schiene“ aufgenommen, sagte der zuständige Vorstand Huber – und machte deutlich, dass noch einige Jahre vergehen, bis es so weit sein könnte.

So sollen als Erstes zwischen Hamburg und Berlin Fernzüge alle 30 Minuten fahren – in zwei Jahren. Heute sind es tagsüber jeweils drei Züge in zwei Stunden. Wenn die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm und der neue Stuttgarter Bahnhof in Betrieb sind, sollen von Ende 2025 an auch Stuttgart und München sowie Stuttgart und Frankfurt halbstündig verbunden werden, ebenso Frankfurt-Köln und Frankfurt-Hamburg. Für Berlin-Köln gibt es noch keinen Termin.

„Die Metropolen und der Verkehr zwischen den Metropolen werden weiter wachsen“, sagte Huber. So seien auf der Neubaustrecke Berlin-München auch in diesem Jahr die Fahrgastzahlen um 14 Prozent gestiegen. Seit Sonntag schickt die Bahn dort nochmals zusätzliche Züge aufs Gleis.

Huber sagte, die Bahn investiere bis 2026 rund zwölf Milliarden Euro in ihre Fahrzeugflotte. Die Hälfte der Summe entfällt auf den Großauftrag für den ICE 4, von dem seit 2017 allerdings schon 39 ausgeliefert wurden. 2025 sollen es 137 sein; es ist der größte Einzelauftrag in der Geschichte der Bahn.

Hinzu kommen 23 neue Eurocity-Züge vom spanischen Hersteller Talgo und 86 Doppelstock-Intercitys. Ferner schreibt die Bahn in Kürze den Auftrag für weitere 30 Hochgeschwindigkeitszüge aus, die in drei Jahren aufs Netz kommen sollen.

Heute ist ein Fernzug im Schnitt 22 Jahre alt, 2025 sollen es nur noch 15 Jahre sein. Seit Sonntag werden auf mehreren Verbindungen die mehr als 40 Jahre alten Intercity-Wagen ausrangiert und durch ICE-Züge ersetzt. Die Konzernzentrale denkt auch über einen Nachfolger für den ICE 3 nach, der seit dem Jahr 2000 fährt.

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