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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Großprojekt: Regierung fliegt schon via „BER“

22.10.2020

Berlin /Schönefeld Der neue Hauptstadtflughafen eröffnet – mit neun Jahren Verspätung – erst nächste Woche. Die Bundesregierung kann für ihre Zwecke aber schon jetzt vom BER starten. Diese Möglichkeit wird aber wohl zunächst nur sehr zurückhaltend genutzt.

Seit Mittwoch gilt jedenfalls: Der Bundespräsident, die Kanzlerin und ihr Kabinett brechen ab sofort vom neuen Hauptstadtflughafen BER zu Dienstreisen auf. Mit der Ankunft von Agrarministerin Julia Klöckner CDU), die am Mittwochmorgen vom EU-Agrarministertreffen in Luxemburg zurückkehrte, wurde das neue Regierungsterminal in Schönefeld bei Berlin in Betrieb genommen  (ein Foto wurde Journalisten nicht ermöglicht).

Dort werden nun auch die Gäste der Bundesregierung aus dem Ausland empfangen. Wann der erste kommt, ist aber noch unklar. Wegen der Corona-Pandemie haben auch Spitzenpolitiker weltweit ihre Reisen stark eingeschränkt.

Blick auf 31. Oktober

Der Eröffnungstermin für den gesamten Flughafen ist erst für nächste Woche geplant. Am 31. Oktober soll der BER als Deutschlands drittgrößter Flughafen mit neun Jahren Verspätung in Betrieb genommen werden. Sechs Eröffnungstermine sind in diesem Zeitraum geplatzt, die Kosten sind auf mindestens sechs Milliarden Euro gestiegen – drei Mal so viel wie ursprünglich geplant.

Eine Ära beginnt, eine andere geht zu Ende: Die weißen VIP-Maschinen der Luftwaffe mit dem schwarz-rot-goldenen Streifen waren 26 Jahre lang in Tegel gelandet, um Regierungsmitglieder und ihre Delegationen abzuholen oder wieder nach Berlin zurückzubringen. Ganz dichtgemacht wird der militärische Teil des Flughafens Tegel anders als der zivile Teil aber trotzdem nicht.

Reste in Tegel und Köln

Drei Hubschrauber sollen bis 2029 weiter Politiker von dort aus transportieren. Der Weiterbetrieb der Liegenschaft in Tegel kostet nach einer Antwort des Verteidigungsministeriums von Mai auf eine parlamentarische Anfrage etwa fünf Millionen Euro im Jahr, was in der Opposition bereits für Kritik gesorgt hat. Im vergangenen Jahr gab es lediglich 67 Einsätze der Hubschrauber.

Auch die 19 Flugzeuge der Bundeswehr für den Personentransport werden noch nicht fest in Schönefeld stationiert. Ihr Heimatflughafen bleibt zunächst Köln/Bonn, was ebenfalls Kosten für den Hin- und Rückflug nach Berlin zu Einsätzen bedeutet. Das liegt auch daran, dass das neue Regierungsterminal ein Provisorium ist. Ein größerer Neubau für 344 Millionen Euro wurde im Dezember gestoppt.

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