BERLIN - In der zunehmend bedrohlichen EU-Schuldenkrise wächst der Druck auf Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre europäischen Partner: Mit deutlichen Worten forderte der IWF die EU auf, den Streit um eine Beteiligung der Banken an der finanziellen Rettung Griechenlands zu beenden.

Derweil wird auch für Irland die Luft immer dünner: Ein solch verheerendes Urteil, wie die Abstufung der Ratingagentur Moody’s auf „Ramschniveau“, macht es für das ohnehin hoch verschuldete Land erheblich schwieriger und teurer, an frisches Geld zu gelangen.

Neue Hiobsbotschaft auch für Griechenland: Die Ratingagentur Fitch stufte die Kreditwürdigkeit der Griechen gleich um drei Stufen herab. Die Note werde von bisher „B+“ auf „CCC“ reduziert, teilte Fitch mit. EU und Währungsfonds hätten noch kein umfassend finanziertes und glaubwürdiges zweites Hilfsprogramm aufgelegt.

Der IWF, der an allen drei laufenden EU-Hilfsprogrammen für Griechenland, Portugal und Irland beteiligt ist, bezeichnete eine umfassende Beteiligung des privaten Sektors ausdrücklich als angebracht. Die darüber in der Öffentlichkeit geführte Debatte entwickele sich aber „zu einem ernsten Problem für die Glaubwürdigkeit des Hilfsprogramms“, stellte der IWF in einem am Mittwoch in Washington veröffentlichten Bericht fest.

Das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) beklagt den „Wankelmut der Politik“ und verlangt sogar eine Beistandsgarantie der Bundesregierung für alle Euroländer. Der Chef des HWWI, Thomas Straubhaar, empfahl, die bestehenden Rettungsschirme ohne Begrenzung so sehr zu vergrößern, dass es an der Hilfsbereitschaft der EU zugunsten aller Risikokandidaten keinen Zweifel gebe. „Der französische Präsident Sarkozy und Bundeskanzlerin Merkel müssten sagen: Deutschland und Frankreich garantieren mit den anderen Euro-Ländern zusammen, dass kein Euro-Land pleite geht“, sagte er dem „Weser-Kurier“.


Bundesbank-Chef Jens Weidmann bewertete die von der Bundesregierung betriebene Beteiligung von Banken und Versicherungen an den Kosten der Rettung klammer Staaten wie Griechenland als problematisch. In der Wochenzeitung „Die Zeit“ sprach sich Weidmann auch dagegen aus, die Zinsen auf die Rettungskredite zu senken oder dem europäischen Rettungsfonds zu erlauben, Staatsanleihen der Krisenländer zu kaufen, so wie es Brüssel vorschwebt.