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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

So geht’s steuerfrei durchs Semester

30.08.2018

Berlin Anfang Oktober startet das Wintersemester. Nicht nur Erstsemester fragen sich jetzt, wie sie Miete und Studiengebühren finanzieren. Viele müssen sich etwas dazuverdienen. Mehr als zwei Drittel – 68 Prozent – aller Studierenden haben einen Nebenjob, so die 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks. Besonders beliebt: Kneipenjobs, Büro- oder Fa­brikarbeit, Babysitten oder die Stelle beim Professor.

Je nachdem, ob Studierende in der Vorlesungszeit nebenher jobben oder drei Monate am Stück in den Semesterferien arbeiten wollen, können sie zwischen verschiedenen Modellen wählen. Für jede Jobart, wie Minijob, Anstellung als Werkstudent oder Ferienjob, gelten andere Regeln. Die Zeitschrift „Finanztest“ (9/18) klärt wichtige Fragen.

Bafög und Kindergeld

Die Bafög-Förderung sinkt anteilig, wenn geförderte Hochschüler brutto mehr als 5416 Euro inklusive anteiliger Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld im Bewilligungszeitraum verdienen. Dieser ist meist nicht identisch mit dem Kalenderjahr.

Hochschüler bis 25 Jahre, die eine Ausbildung oder ein erstes Studium absolviert haben, dürfen höchstens 20 Stunden pro Woche arbeiten oder einen Minijob ausüben, sonst gibt es kein Kindergeld mehr. Ein Masterstudium im selben fachlichen Bereich zählt als Erstausbildung.

Studierende haben auch in Nebenjobs Anspruch auf Mindestlohn von 8,84 Euro pro Stunde. Vor Vertragsschluss sollten sie immer die Krankenkasse informieren. Sie legt den Sozialversicherungsstatus fest, also ob der Studierende für den Job bei der Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung versicherungspflichtig ist.

Die Jahresabrechnung mit dem Finanzamt ist für Studierende keine Pflicht. Vor allem Ferienjobber und Werkstudenten, bei denen der Arbeitgeber Lohnsteuer einbehalten hat, können sich so aber die abgeführte Steuer meist ganz zurückholen. Es ist sinnvoll, die Steuererklärung im Folgejahr bald abzugeben, auch wenn Studierende vier Jahre Zeit für die Abrechnung mit dem Finanzamt haben, für 2018 also bis zum 31. Dezember 2022. Sie können Werbungskosten, etwa für Fahrten zum Job, gegenrechnen und Studienkosten angeben. Bleiben nach Abzug der Ausgaben weniger als 9000 Euro, wird die Steuer voll erstattet.

Ein Ferienjob in den Semesterferien bleibt nur steuerfrei, wenn Studierende nicht mehr als 70 Arbeitstage oder drei Monate am Stück arbeiten. Sonst fallen Sozialabgaben und Steuern an. Die Grenze sinkt 2019 auf 50 Tage oder zwei Monate.

Eigenbetrag zur Rente

Studierende sollten darauf achten, dass der Chef nicht pauschal 25 Prozent ihres Bruttolohns versteuert und auf sie abwälzt. Das Geld zahlt das Finanzamt nicht zurück. Für die meisten Ferienjobber ist es besser, individuell besteuert zu werden. Für 2018 beträgt die Jahresarbeitslohn-Obergrenze, bis zu der kurzfristig Beschäftigte in der Steuerklasse I ohne Rentenversicherungspflicht keine Steuer zahlen müssen, 11 412 Euro. Bis zu dieser Grenze ist der Ferienjob lohnsteuerfrei.

Je nach Höhe des Gehalts und der Steuerklasse muss der Arbeitgeber Lohnsteuer einbehalten und ans Finanzamt abführen. Das ist der Fall, wenn der Bruttoverdienst 951 Euro für nicht Rentenversicherungspflichtige und 1029 Euro für Rentenversicherungspflichtige im Monat übersteigt. Üben Studierende in den Semesterferien gleichzeitig mehrere Jobs bei verschiedenen Arbeitgebern aus, werden sie auch normal besteuert. Allerdings gilt für den Zweitjob Steuerklasse VI, bei der hohe Steuern abgeführt werden. Ist die Beschäftigung auf die vorlesungsfreie Zeit beschränkt, bleibt sie sozialversicherungsfrei.

Bei einem Minijob (450-Euro-Job) meldet der Arbeitgeber den studentischen Mitarbeiter bei der Minijobzen­trale an und versteuert pauschal zwei Prozent. Der Studierende zahlt weder Lohnsteuer noch weitere Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Von der gesetzlichen Rentenversicherung können sich Hochschüler befreien lassen. Anträge gibt es im Internet unter minijob-zentrale.de, Stichwort „Befreiungsantrag“.

Es kann aber Vorteile haben, den Eigenbetrag zur Rentenversicherung zu zahlen – bei 450 Euro monatlich 16,20 Euro. So erwerben Studierende Rentenversicherungszeiten, erreichen dadurch schneller die Mindestversicherungszeiten für Ansprüche auf Leistungen.

->  Arbeitsmodell: Welche Jobart passt, hängt von den Umständen ab. Jobs im Semester sind mit Ferienjobs kombinierbar. Bis zu 20 Arbeitsstunden pro Woche gilt das Studium als vorrangig, Nebenjobs sind teilweise sozialabgabenfrei.

->  Krankenversicherung: Studierende dürfen im Schnitt pro Monat maximal 435 Euro (in Minijobs 450 Euro) verdienen, um kostenlos familienversichert zu sein.

->  Kindergeld: Studierende bis 25 Jahre, die bereits eine Erstausbildung haben, dürfen höchstens 20 Stunden pro Woche oder in einem Minijob arbeiten, sonst gibt es kein Kindergeld mehr.

-> Rentenversicherung: Ob es sinnvoll ist, sich für den Minijob von der Rentenversicherung befreien zu lassen, sollten Studierende vorher bei der Deutschen Rentenversicherung klären. Kostenloses Servicetelefon:
0800/100 04 80 70.

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