BERLIN - Trauer um einen der einst größten Industriekapitäne Deutschlands: Der frühere Flick-Manager Eberhard von Brauchitsch und seine Frau sind tot. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Freitag. Zuvor hatte dies bereits die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet. Näheres zu den Umständen wurde zunächst nicht bekannt.

Von Brauchitsch (83) galt als Drahtzieher der Flick-Affäre, die Anfang der 80er Jahre die Bundesrepublik erschütterte. Der damalige Generalmanager des Flick-Konzerns hatte rund 26 Millionen D-Mark an Parteien, Stiftungen und zahlreiche Politiker verteilt. Zu den Empfängern gehörten die FDP-Größen Otto Graf Lambsdorff und Hans Friderichs, die zu hohen Geldstrafen verurteilt wurden. Lambsdorff musste in der Folge als Wirtschaftsminister zurücktreten.

Hintergrund des Skandals war der Wunsch Flicks, Erlöse aus dem Verkauf einer Beteiligung an Daimler-Benz wieder steuerbegünstigt anlegen zu können. Wegen Steuerhinterziehung wurde von Brauchitsch 1984 zu zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.

Die Karriere von Brauchitschs begann bei der Lufthansa und führte ihn über Springer 1973 zu Flick. Dort kümmerte er sich um die „Pflege der Bonner Landschaft“. Das führte ihn in die Flick-Affäre. 1982 trennte sich Flick von ihm.