BERLIN - Ein Feuer und viele Fragen: Die Berliner Firma DBM, der im Oktober eine Weltrekordfahrt mit einem Elektroauto gelang, ist unter Druck. Zum einen ist das Super-Auto – wie berichtet – am 12. Dezember auf mysteriöse Art und Weise verbrannt, zum anderen kritisiert vor allem der ADAC immer lautstärker die Umstände der Fahrt.

600 Kilometer soll das Elektroauto, ein Audi A2 mit einer Batterie auf Lithium-Metall-Polymer-Basis, im Oktober von München nach Berlin gefahren sein. Doch beim ADAC hegt man Zweifel: So war bei der Tour mit im Schnitt Tempo 98 entgegen der Ankündigung kein Notar dabei – und eine sonst übliche technische Abnahme fand laut ADAC vor und nach der Fahrt nicht statt.

DBM betont hierzu: „Etwa 30 Augenzeugen haben uns auf dem Weg von München nach Berlin begleitet“. Dazu hätten Journalisten, Mitarbeiter des Bundeswirtschaftsministeriums, des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie „acht Personenschützer“ die Fahrt verfolgt.

Der Redakteur der „ADAC Motorwelt“, Wolfgang Rudschies, fuhr in dem Bus mit, der in der Nacht vom 25. auf den 26. Oktober hinter dem E-Auto unterwegs war. Er wunderte sich, als plötzlich 130 Kilometer vor Berlin der Begleitbus das E-Auto überholte, von der Autobahn ab- und auf der anderen Seite zehn Kilometer in Richtung München fuhr.

Erst nach einer halben Stunde war das „lekkermobil“ wieder erreicht. Rudschies unterstellt DBM nicht, dass in der Zwischenzeit die Batterie nachgeladen, ausgetauscht oder gar das Auto gewechselt worden sein könnte. „Aber glauben ist nicht wissen. Fakt ist, dass wir das Auto nicht die ganze Zeit gesehen haben.“


DBM weist solche Anspielungen zurück und legt als Beweis das GPS-Navigationsprotokoll vor. „Anhand des Protokolls lässt sich exakt nachvollziehen, wo, zu welcher Zeit, wie schnell und in welcher Höhe das Fahrzeug unterwegs war.“ Manipulationen könnten „mit diesem Protokoll also absolut ausgeschlossen werden“.

Die Bundesregierung lässt nach Zweifeln an dem Rekord mittlerweile die Batterie von der Bundesanstalt für Materialsicherheit und -forschung (BAM) überprüfen. Kein Wunder: Schließlich hatte das Wirtschaftsministerium DBM mit 275 000 Euro gefördert.