Berlin - Mehr als jeder vierte Beschäftigte in Deutschland erhält weniger als 12 Euro Stundenlohn. Das geht aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion im Deutschen Bundestag hervor, die unserer Berliner Redaktion vorliegt.

In 28,8 Prozent der Beschäftigungsverhältnisse war im April 2017 mit unter 12 Euro pro Stunde vergütet worden, heißt es darin. Bundesweit habe dies 10,7 Millionen Beschäftigungsverhältnisse betroffen. In den neuen Ländern habe der Anteil der Jobs mit einer Vergütung von unter 12 Euro in der Stunde bei 43,2 Prozent gelegen, in den alten bei 26,6 Prozent. „Viel zu viele Beschäftigte werden mit niedrigen Löhnen abgespeist“, erklärte die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Sabine Zimmermann. Die Regierung sei jetzt in der Pflicht, gegen Verwerfungen vorzugehen. Der allgemeine Mindestlohn müsse in einem ersten Schritt auf 12 Euro erhöht werden, forderte sie.