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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Umstrittenes Rindfleisch

05.08.2019

Berlin Das sogenannte Rindfleisch-Abkommen der EU mit den USA hat Kritik, aber auch Lob hervorgerufen. Bauernpräsident Joachim Rukwied gehört zu den Skeptikern: „Ob Mercosur oder das Abkommen mit den USA – die EU macht zunehmend Zugeständnisse zulasten der europäischen Landwirte“, sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes auf Anfrage. „Das sehen wir mit großer Sorge. Den europäischen Markt für den transatlantischen Import von landwirtschaftlichen Gütern zu öffnen, ist auch vor dem Hintergrund der Klimadiskussion nicht zu rechtfertigen.“

Lob bekam die EU von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), der auf Twitter schrieb, das Abkommen sei „ein wichtiger pragmatischer Schritt weg von Handelskrieg“ – auch wenn es „noch nicht der große Deal“ sei. Auch der Maschinenbauverband VDMA würdigte: „Mit dem Abschluss dieses Abkommens hat die EU erneut ihren guten Willen gezeigt, auch langjährige Handelsstreitigkeiten wie die über Rindfleischeinfuhren zu beenden“, heißt es in einer Stellungnahme. Die wirtschaftliche Annäherung müsse aber noch weiter gehen. So fordert der Verband „ein schlankes Freihandelsabkommen der EU mit den USA, das alle Industriezölle abbaut“.

Rindfleisch-Produzenten aus den Vereinigten Staaten bekommen künftig besseren Zugang zum Markt der Europäischen Union. Aus Sicht des US-Präsidenten Donald Trump ist das ein „bedeutender Erfolg“ für amerikanische Landwirte und europäische Verbraucher, sagte er am Freitag bei der Unterzeichnung eines entsprechenden Handelsabkommens mit der EU.

Die EU-Kommission hatte bereits Mitte Juni angekündigt, dass künftig Teile des globalen Einfuhrkontingentes von jährlich 45 000 Tonnen fest für US-Anbieter reserviert werden sollen. Innerhalb von sieben Jahren soll der US-Lieferanteil nun auf 35 000 Tonnen pro Jahr steigen. Nur noch 10 000 Tonnen würden dann aus anderen wichtigen Lieferländern wie Argentinien und Uruguay kommen.

Vor allem in Argentinien boomt die Fleischindustrie derzeit, die Exporte verdreifachten sich in den vergangenen drei Jahren – größter Abnehmer ist China. In die EU gehen nach Angaben des nationalen Statistikamtes INDEC nur gut zwölf Prozent der Exporte, mehr als die Hälfte davon nach Deutschland. Die Auswirkungen des neuen Abkommens zwischen den USA und der EU dürften sich daher für Argentinien in Grenzen halten.

Außerdem: Am Ende entscheiden die Verbraucher in Europa an der Supermarktkasse, welches Fleisch sie kaufen. Kein Handelsvertrag kann sie zwingen. Experten zufolge ist das amerikanische Rindfleisch in Bezug auf Qualität und Preis sehr konkurrenzfähig, weshalb eine Ausschöpfung der zollfreien Exportquote als wahrscheinlich erscheint.

Die wichtigsten externen Rindfleischlieferanten für die EU waren im vergangenen Jahr Brasilien, Argentinien, Uruguay und Australien und dann erst die USA.

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