BERNE - Rainer Weegen, DLRG-Chef in Berne, ist auf die Gemeinde nicht gut zu sprechen. Der Grund: Die Lebensretter erhalten nicht die erhoffte finanzielle Unterstützung aus der Gemeindekasse für ihre Arbeit. So warte die Ortsgruppe seit 2007 auf einen Zuschuss für die Sanierung ihres Vereinsheimes. Ein entsprechender Antrag sei immer wieder verschoben worden, sagte Weegen am Freitag bei der Jahreshauptversammlung im Vereinsheim.
Noch herber wiege allerdings der Verlust des „Schwimmbusses“: Bislang zahlte die Gemeinde jährlich 5000 Euro an die DLRG, damit diese Berner Kinder mit dem Bus zum Schwimmunterricht im Elsflether Hallenbad fährt. 2009 halbiert sich der Zuschuss, 2010 entfällt er ganz – so lautet der Beschluss des Gemeinderates. „Hier hätte der Gemeinderat direkt was für die Jugendarbeit in der Gemeinde machen können“, meinte Weegen. Und erinnerte daran, dass in den ersten beiden Quartalen des Jahres 2008 in Deutschland 408 Menschen ertranken – 48 mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Laut Weegen fährt der Schwimmbus noch bis zu den Sommerferien. Danach müssen die Eltern den Transport ihrer Kinder zum Schwimmunterricht in Elsfleth selbst in die Hand nehmen.
Dass das Rathaus der DLRG auch noch eine „Rechnung in beträchtlicher Höhe“ für die Feuerwache bei der DLRG-Strandparty schickte, mag Weegen wiederum nicht fassen: „Das ist wirklich eine Frechheit. Hier wird die Gemeindekasse zu Lasten der Kinder und Jugendlichen aufgebessert.“
Zwei gute Nachrichten hatte er für die mehr als 30 Teilnehmer der Versammlung dann aber doch noch parat: So verzeichnete die Ortsgruppe 2008 ein Plus von zehn Prozent bei den Mitgliedern. 350 Kinder, Jugendliche und Erwachsene mischen nun bei der Berner DLRG mit. Nachdem die DLRG wegen der baufälligen Wachstation an der Juliusplate 2008 auf den Wachdienst am Strand verzichtete, werden die Lebensretter ihren Dienst an der Weser in diesem Jahr wieder aufnehmen. Weegen: „Die Station wird im Frühjahr komplett renoviert.“
Exakt 2193 Teilnehmer registrierte die Ortsgruppe 2008 beim Jugendschwimmen. An der Rettungsschwimmausbildung nahmen 507 Personen teil. Für 25 Jahre in der DLRG wurden Sonja Böhm, Insa Freels, Sönke Martens und Alexandra Vogt ausgezeichnet. Cord Grimsehl erhielt das Verdienstabzeichen in Bronze. Silber ging an Katja Weegen und Hergen Kroog. Für „vorbildliche Arbeit auf fast allen DLRG–Ebenen“ bedankte sich Rolf Mrosek (DLRG-Bezirksvorsitzender) bei Weegen mit dem goldenen Abzeichen.
