BERNE - Aus dem Rohstoff Mais wird im Gärbehälter Biogas. Das wird verheizt oder in Elektrizität umgewandelt.

Von Hauke Fooken

Energie aus Wind, Sonne, Gülle und nachwachsenden Rohstoffen ist in. Allein schon wegen des Klimas. Deutscher Spitzenreiter bei den so genannten regenerativen Energien ist mit einer Gesamtleistung von 20 600 Megawatt (2006) die Windenergie. Im Schatten der immer größer werdenden Windkraftanlagen gibt es aber auch einen Boom bei der Energiegewinnung aus Biogas. 2005 betrug die Leistung der rund 2700 deutschen Biogasanlagen 665 Megawatt.

Während die imposanten Gärbehälter auf Höfen in den südoldenburgischen Landkreisen keine Seltenheit sind, muss man sie in der Wesermarsch mit der Stecknadel suchen. Zurzeit gibt es nur in Stadland, Elsfleth und Berne funktionsfähige bzw. im Bau befindliche Anlagen. „Das liegt einfach daran, dass in der Wesermarsch das Grünland dominiert“, sagt Manfred Ostendorf, Geschäftsführer des Kreislandvolkverbandes, „der Rohstoff Mais ist hier nicht so verfügbar und wenn, dann wird überwiegend Futtermais angebaut.“

Überhaupt sieht Ostendorf den Biogas-Boom zwiespältig: „Weil die Biogasanlagen vielfach mit Mais arbeiten, sind die Preise für Futtermais gestiegen.“ Nicht vergessen dürfe man dabei, dass die Biogas-Anlagen über das Energieeinspeisungsgesetz subventioniert werden. Ostendorf: „Problematisch sind dabei nicht die auf einem Hof angesiedelten Anlagen, sondern diejenigen, die industriell arbeiten.“


Dass der Preisanstieg auch Berner Landwirte nicht kalt lässt, macht Wilhelm Hespe, Milchviehhalter im Berner Ortsteil Wehrder, deutlich: „Wir bauen in diesem Jahr erstmals eigenen Futtermais an.“