BERNE - Der Vorstand des I. Oldenburgischen Deichbandes ist wieder komplett. Der Verbandsausschuss wählte am Donnerstag Cord Hartjen aus Delmenhorst zum Nachfolger von Christel Bohn.
Dieser war im Juni überraschend abberufen worden. „Unsere Zusammenarbeit im Vorstand hat nicht mehr funktioniert“, erklärte Rüdiger Wilken, Geschäftsführer des Kreisverbandes Wesermarsch der Wasser- und Bodenverbände. „Es gab zu große Differenzen.“ Bohn hatte seinen Posten sieben Jahre lang innegehabt.
Hartjen ist seit eineinhalb Jahren beratendes Mitglied des Vorstandes. Er ist zunächst für zwei Jahre gewählt. Der 56-Jährige ist seit 1980 Vorsteher eines Sommerdeichbandes. „Auch das Verbandsgebiet hier ist mir sehr gut bekannt“, sagte er.
Nach der Wahl brachen die Mitglieder des Deichbandes zu einer Bereisung zur Baustelle in Ganspe auf. Dort wird der Deich derzeit auf einer Linie von zwei Kilometern erhöht. „Für den Bau haben wir 70 000 Kubikmeter Kleiboden herangefahren“, erklärte Petra Henke vom Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). „Einiges davon hatten wir schon in einem Depot angelegt.“ Verbaut würden insgesamt 2,4 Millionen Euro. An zwei Stellen auf der Baustelle werden Blindgänger aus dem Krieg vermutet, die in nächster Zeit geborgen werden sollen.
Im nächsten Jahr soll der Deichbau auch am Teilstück von Warfleth nach Motzen weitergeführt werden. „Schwierig wird es an der Warflether Kirche. Dort müssen wir wohl mit einer Spundwand arbeiten“, so Henke.
Hand in Hand mit dem Deichbau soll auch der Bau eines Radweges entlang der Deichstraße gehen. „Am ersten Teilstück wird er momentan gleich mitgebaut“, erklärte Stephan Maaß vom Landkreis Wesermarsch. „Etwas eng wird es an der Warflether Kirche, das bekommen wir aber hin. Dort wird der Weg kurz auf 1,50 Meter statt zwei Meter verengt.“ Die Kaiser-Friedrich-Eiche an der Deichstraße könne stehen bleiben.
„Da machen wir eine Ausnahme, weil der Baum ein Naturdenkmal ist. Eigentlich haben Bäume am Deich nichts zu suchen“, erklärte Henke.
