BERNE/LEMWERDER - Die Deiche des I. Oldenburgischen Deichbandes sind zurzeit in guter Verfassung. Ab 2006 werden die Deiche weiter ertüchtigt.
von Evelyn Eischeid
BERNE/LEMWERDER - 62 Kilometer Deiche im Bereich des Verbandsgebietes wurden am Donnerstag bei der Herbstdeichschau des I. Oldenburgischen Deichbandes und Vertretern der zuständigen Behörden in Augenschein genommen. Das Fazit: „Die Deiche sind gut unterhalten und befinden sich in einem einwandfreien Zustand. Wir haben keine Mängel festgestellt“, sagte Baudirektor Rolf-Gerhard Lange vom Landkreis Wesermarsch bei der Besprechung im Berner Restaurant „Weserblick” an der Juliusplate.Ein umfassendes Sanierungs- und Neubauprogramm zur Ertüchtigung der Deiche im Bereich des Verbandsgebietes werde im Sommer 2006 in Angriff genommen, stellte die Bereichsleiterin des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft und Küstenschutz (NLWK), Petra Henken, in Aussicht. Für den ersten Bauabschnitt im Jahr 2006 stehen 2,6 Millionen Euro zur Verfügung. Die Kosten für weitere Sanierungsmaßnahmen in 2007 und 2008 bezifferte die Bereichsleiterin mit 2,35 Millionen Euro. Das gesamte Deichbauprogramm – Erhöhungen, Verstärkungen, Sanierungen der Wege, Straßen und Triften – werde 10 bis 12 Jahre in Anspruch nehmen, so Henken.
Wenig Chancen sieht der Verbandsvorsteher des I. Oldenburgischen Deichbandes, Christel Bohn, für den seiner Meinung nach unbedingt erforderlichen Bau eines Wesersperrwerks auf Höhe Bremerhaven/Nordenham: „Die großen Städte an Flüssen in den Nordseeanrainerstaaten haben alle die Möglichkeit, sich durch Sperrwerke vor Flutkatastrophen zu schützen, bei uns ist das Desaster vorprogrammiert“, sagte Bohn mit Blick auf den Klimawandel und die damit verbundene Häufung von Stürmen und Sturmfluten. In seinem Kampf um den Bau eines Wesersperrwerks werde er nicht locker lassen, versprach Bohn.
Große Probleme für die Deichsicherheit befürchten Lange und Bohn durch die wilden Müllkippen entlang der Deiche. Gefährdet seien sowohl die Deichnabe als auch die Schafe der Deichschäfereien. Darüber hinaus koste es den Deichband jährlich 12 000 Euro, den Unrat zu sammeln. Noch einmal die gleiche Summe müsse dann für die Entsorgung auf den Deponien ausgegeben werden, sagten beide.
