BERNE/LEMWERDER - In den vergangenen zwei Jahren blieb die Wesermarsch von schweren Sturmfluten verschont. „Dies sollte aber niemanden dazu verleiten, beim Deichbau zu sparen. Das wäre fatal“, sagte Landrat Michael Höbrink am Dienstag bei der Herbstdeichschau des I. Oldenburgischen Deichbandes. Schließlich warnten Experten schon seit langer Zeit vor den Folgen des Klimawandels. Höbrink: „Wir müssen uns darauf vorbereiten und die Deiche erhöhen.“
Wie es scheint, hat die Politik die Zeichen der Zeit erkannt. „Das Land hat 2008 die Mittel für den Deichbau um 17 Millionen Euro auf 62 Millionen Euro erhöht. Im kommenden Jahr stehen rund 70 Millionen Euro bereit“, sagte Christel Bohn, Deichbandvorsteher. Ein Großteil des Geldes – knapp 26 Millionen Euro – fließt in die Erhöhung der Weserdeiche des I. Deichbandes. „Wir müssen an den Abschnitt zwischen Lemwerder und Huntesperrwerk ran“, so Bohn. Ein 21 Kilometer langes Teilstück wird auf eine Höhe von rund acht Metern gebracht. Der Kleiboden dafür liegt schon bereit, die mehrjährigen Arbeiten könnten im Frühjahr 2009 beginnen. „Im Zuge dieses Projekts wird dann an der Deichstraße ein Fahrradweg geschaffen“, erläuterte Klaas-Heinrich Peters vom NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) in Brake.
Eine Herausforderung für die Deichbauer stellt in jedem Falle die denkmalgeschützte Warflether St. Marien-Kirche dar: Vor die bereits vorhandene Spundwand soll eine zweite, höhere Wand gesetzt werden. Auch eine Promenade ist dort geplant.
Erneut warb Bohn für ein Wesersperrwerk: „London bekommt ein zweites Themse-Sperrwerk – Weser und Elbe bleiben weiter ungeschützt.“
