Berne - Pech hatte Janine Reichwald bei der diesjährigen Rassegeflügelschau der Stedinger Züchter. Zum ersten Mal aktiv dabei, musste die Depenfletherin erfahren, dass ihre beiden schwedischen Schwarzhühner in Deutschland noch gar nicht anerkannt sind. Mindestens drei Jahre lang ist die Teilnahme an Bundesschauen dazu vorgeschrieben, damit es keine Qualzuchten gibt. Ein gutes Beispiel für die überaus hohe Artenvielfalt, die in der Comenius-Schule präsentiert wurde, waren sie trotzdem.
205 unterschiedliche Tiere gab es für die drei Bewertungsrichter Johannes Müller, Theo Suntken und Hans-Jürgen Paul bei der 65. Auflage der Schau zu beurteilen. Und das war keine leichte Aufgabe. Sehr interessant war die Ausstellung für die Besucher, die zwei Tage lang herbeiströmten, um einen Blick in die Käfige oder das hübsch dekorierte Zelt mit dem Ziergeflügel zu werfen.
Ganz neu waren dort die großen Warzenenten, die bis zu vier Kilogramm in den Kochtopf bringen können. Geradezu winzig kamen dagegen die Rothalsgänse daher, die in ihrem Auslauf größenmäßig kaum von den Zwergsägern, Hottentotten- oder Mandarinenten zu unterscheiden waren. Aber nicht die Größe, sondern der Schnabel sei es, der die Gans von der Ente unterscheide, erklärte Vereinsvorsitzender Sven Wiesner geduldig.
Kampfhühner, die sich streicheln lassen und anschließend freiwillig wieder in ihren Käfig hüpfen, oder Steinbacher Kampfgänse, die früher in Thüringen auf Dorffesten gegeneinander antraten – ein unblutiges Vergnügen, wie Wiesner versicherte – gab es zusammen mit vielen Informationen neben jeder Menge weiterer Hühner-, Enten-, Tauben- oder Gänsearten zu bestaunen.
Traurig sind die Stedinger Rassegeflügelfreunde, dass es nach dem Tod von Frank Kahlenberg keinen Züchter für New Hampshire mehr im Verein gibt. Zwei dieser großen Zweinutzungshühner waren zum Gedenken an den langjährigen Vereinskameraden ausgestellt.
Gerne wurde die Ausstellung genutzt, um sich bei den erfahrenen Züchtern Tipps zu holen. Beratung zu Futter, Mineralstoffen oder was man gegen Milben, Kükensterben oder Federlinge tun kann, gab es außerdem beim Händler, der erstmalig dabei war.
Kaffee, Kuchen, frisch gekochte Hühnersuppe und die Tombola machten die 65. Rassegeflügelschau, mit der gleichzeitig das 90-jährige Bestehen des Stedinger Rassegeflügelzuchtvereins Berne gefeiert wurde, wieder zum beliebten Ausflugsziel für Groß und Klein.
