BERNE - Wenn der Berner Lars Gottschenkis auf die Gullys vor seinem Haus an der Weserstraße zu sprechen kommt, packt ihn die Wut. Der Grund: Bei starken Regenfällen – wie zuletzt am 7. Juni – sind die Gullys vor den Häusern 41 bis 43 innerhalb kürzester Zeit verstopft und das Wasser läuft über. „Wir wären um ein Haar abgesoffen“, so Gottschenkis.

Allerdings richtet sich sein Unmut nicht allein gegen die Gullys oder gegen zu kleine Rohrdurchmesser: „Die Gemeindeverwaltung weiß seit Jahren Bescheid und tut trotzdem nichts.“ Am schlimmsten sei es bis dato 1998 gewesen: „Da haben wir nach einem Platzregen 50 10-Liter-Eimer voll Wasser aus dem Haus geschafft.“ Bei einem Nachbarn sei das Regenwasser sogar aus der Toilette geflossen.

An Bauamtsleiter Bernd Geers – der hat sich die Problemzone im Oktober 2007 angeschaut – schickte Gottschenkis eine geharnischte E-Mail. „Warum tun Sie nichts bzw. nehmen sich nicht der Sache endlich an? Haben Sie keinen Bock mehr? (...) Man fühlt sich hier so langsam seitens der Gemeinde (...) nicht für voll genommen.“

Im Rathaus weiß man um die Gully-Problematik an der Weserstraße. Allerdings falle der Bereich – zumindest teilweise – in die Zuständigkeit der Straßenmeisterei Delmenhorst, sagte am Mittwoch eine Mitarbeiterin. Das Bauamt habe aber eine Spülung der Gullys bei der Bremer Firma Nehlsen in Auftrag gegeben. „Der Spülwagen war heute im Einsatz, wurde dann aber zu einem Kanalbruch nach Brake abgezogen“, hieß es gestern. An diesem Donnerstag soll ein neuer Anlauf genommen werden.